Rei­fe­zeug­nis?

Rheinische Post Goch - - LESERBRIEFE - Kirs­ten Hen­richs 41179 Mön­chen­glad­bach Re­na­te Scher­ling per Mail

Mei­nes Erach­tens zeugt das Ver­hal­ten der Abitu­ri­en­ten in Köln nicht ge­ra­de von Rei­fe. Bleibt zu über­le­gen, ob man den be­tei­lig­ten Schü­lern – so­fern man sie iden­ti­fi­zie­ren kann – über­haupt ein sol­ches Rei­fe­zeug­nis aus­stel­len kann/soll­te/darf, auch wenn sie die fach­li­chen Prü­fun­gen be­ste­hen. Ei­ne wei­te­re Fra­ge, die sich hier stellt: Wenn die jun­gen Men­schen ih­ren Schul­ab­schluss heu­te schon auf die­se Art und Wei­se be­ge­hen und „fei­ern“wie zum Bei­spiel in Köln, was pas­siert dann wohl erst, wenn sie Stu­di­um oder Aus­bil­dung ab­ge­schlos­sen ha­ben? Der Ge­dan­ke dar­an kann ei­nem Angst ma­chen. stel­len, da­zu gleich­zei­tig den ab­so­lu­ten Wil­len, Po­li­ti­ker zu wer­den, in Be­zug set­zen, aus­ge­stat­tet mit ge­sun­dem Men­schen­ver­stand und Ehr­lich­keit, fin­de ich äu­ßerst un­be­hag­lich in Be­zug auf die so­ge­nann­te Hä­me­ge­sell­schaft, zu der ich dann wohl auch ge­hö­re. Ich bin zur­zeit selbst in der Zwick­müh­le, wen ich dem­nächst wäh­len soll, und mir liegt nichts dar­an, je­man­dem ei­nen Denk­zet­tel zu ver­pas­sen, aber ich for­de­re als Teil der „Hä­me­ge­sell­schaft“und Mut­ter von vier Kin­dern ei­ne ge­rech­te­re und nach­hal­ti­ge­re Po­li­tik für die Zu­kunft. Und da­zu ge­hört es selbst­ver­ständ­lich, dass die vie­len klei­nen Leu­te, die mit ih­ren Hän­den ei­nen Groß­teil un­se­res „Wohl­stan­des“schaf­fen, end­lich die Ach­tung er­hal­ten, die sie ver­die­nen. Wenn es Ih­re Mei­nung ist, dass die­se „Hä­me­ge­sell­schaft“, die sich nicht schämt, aus die­ser oder je­ner Lau­ne der Un­zu­frie­den­heit her­aus Rechts­po­pu­lis­ten wählt, der je­des Mit­tel da­zu recht ist, dann sind Sie viel­leicht nicht nah ge­nug an die­ser Hä­me­ge­sell­schaft dran.

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