Streit um Fi­nan­zie­rung der Flücht­lings­hil­fe

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Die neu­en Re­form­vor­schlä­ge der EU zur Flücht­lings­kri­se sind teil­wei­se so tri­vi­al, dass man sich fragt, war­um sie nicht längst um­ge­setzt wur­den. Sie zei­gen vor al­lem eins: Auch im drit­ten Jahr ringt Eu­ro­pa noch im­mer um Ant­wor­ten auf die Kri­se – von sta­bi­len Lö­sun­gen kann kei­ne Re­de sein.

Aber auf Bun­des­ebe­ne ist die deut­sche Po­li­tik auch nicht wei­ter. Un­ter der Ober­flä­che der all­ge­gen­wär­ti­gen Hu­ma­ni­täts­schwü­re ist längst ein dra­ma­ti­scher Streit um die Las­ten­ver­tei­lung zwi­schen al­len staat­li­chen Ebe­nen ent­brannt: Die Län­der schrei­en nach mehr Geld vom Bund und die Kom­mu­nen nach mehr Geld von den Län­dern – und je­der, wirk­lich je­der Be­tei­lig­te fühlt sich un­ge­recht be­han­delt.

Zu­min­dest die­ses Pro­blem ist haus­ge­macht. Die 16 deut­schen Bun­des­län­der zah­len ih­re Flücht­lings­hil­fen an die Kom­mu­nen nach so ab­surd kom­pli­zier­ten Sys­te­men aus, dass kaum noch je­mand den Über­blick hat. Und dann denkt sich je­des Land auch noch sein ei­ge­nes Sys­tem aus und ent­zieht sich da­mit dem Ver­gleich.

Mas­sen­haft neue Flücht­lings-Auf­ga­ben, un­kla­re Geld­strö­me plus un­glei­che Re­geln für al­le Nach­barn. Bes­ser kann man Streit nicht pro­vo­zie­ren. BE­RICHT

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