Lan­des­rech­nungs­hof pocht auf Schul­den­brem­se

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN -

DÜS­SEL­DORF (hüw) Mit dem Schei­tern der Ver­fas­sungs­re­form, zu der auch die Ein­füh­rung ei­ner NRWSchul­den­brem­se ge­hö­ren soll­te, will sich der Lan­des­rech­nungs­hof (LRH) nicht ab­fin­den. „Ist das Ver­hand­lungs­pa­ket der Ver­fas­sungs­kom­mis­si­on po­li­tisch nicht durch­setz­bar, ge­hört es auf­ge­schnürt und die Schul­den­brem­se in die Ver­fas­sung auf­ge­nom­men“, be­tont LRHPrä­si­den­tin Bri­git­te Mandt.

Zwar gilt für al­le Bun­des­län­der ab 2020 das grund­sätz­li­che Ver­bot, neue Kre­di­te auf­zu­neh­men. Gleich­wohl hält der LRH auch für NRW ei­ne Schul­den­brem­se, die in der Ver­fas­sung ver­an­kert wer­den müss­te, für un­ab­ding­bar. Es müs­se dar­in klar fest­ge­legt wer­den, wel­che Aus­nah­me­tat­be­stän­de ein Ab­wei­chen vom Ver­bot der Neu­ver­schul­dung er­mög­lich­ten. Dies könn­te ein kon­junk­tu­rel­ler Ein­bruch oder ei­ne „au­ßer­ge­wöhn­li­che Not­si­tua­ti­on“ wie ei­ne Na­tur­ka­ta­stro­phe sein. Au­ßer­dem will der LRH ge­re­gelt wis­sen, dass die Schul­den­brem­se nicht durch die Ve­r­äu­ße­rung von Ver­mö­gens­wer­ten um­gan­gen wer­den dür­fe. Auch die Ver­la­ge­rung von Kre­dit­auf­nah­men auf Son­der­ver­mö­gen oder lan­des­ei­ge­ne Ge­sell­schaf­ten sol­le un­zu­läs­sig sein. Lan­des­ei­ge­ne Schul­den­brem­sen gibt es be­reits in acht der 16 Bun­des­län­der, dar­un­ter in Bay­ern, Hes­sen, Rhein­land-Pfalz und Schles­wig-Hol­stein.

Ver­tre­ter der po­li­ti­schen Par­tei­en hat­ten am Mitt­woch die zwei­jäh­ri­gen Be­ra­tun­gen über ein Pa­ket zur Än­de­rung der NRW-Ver­fas­sung in zen­tra­len Punk­ten für ge­schei­tert er­klärt. Für die Än­de­rung der Lan­des­ver­fas­sung ist ei­ne Mehr­heit von zwei Drit­teln der Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten er­for­der­lich. Ei­ne sol­che Mehr­heit ist we­der für die Schul­den­brem­se noch für die Sen­kung des Wahl­al­ters auf 16 Jah­re in Sicht.

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