Ent­span­nung in der Flücht­lings­kri­se

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON EVA QUAD­BECK

Die Flücht­lings­zah­len für die ers­ten Mo­na­te des Jah­res zei­gen Ent­span­nung. Mitt­ler­wei­le ist der Zustrom an Men­schen so ge­ring ge­wor­den, dass die Be­hör­den end­lich da­zu kom­men, sich um die vie­len un­re­gis­trier­ten Flücht­lin­ge aus dem ver­gan­ge­nen Jahr zu küm­mern.

Von ei­ner Ent­war­nung aber kann man si­cher­lich noch nicht spre­chen, we­der in­nen- noch au­ßen­po­li­tisch. Das Bun­des­amt für Mi­gra­ti­on und Flücht­lin­ge nimmt wei­ter­hin täg­lich mehr Asyl­an­trä­ge ent­ge­gen, als es be­ar­bei­ten kann. Zu­gleich läuft der Voll­zug des EU-Tür­kei-Ab­kom­mens noch nicht rund. Der­zeit neh­men die Eu­ro­pä­er – al­so ins­be­son­de­re Deutsch­land – mehr Asyl­be­wer­ber auf, als die Tür­kei an ab­ge­scho­be­nen Flücht­lin­gen tat­säch­lich im Land be­hält. Auch die Be­din­gun­gen, un­ter de­nen das Ab­kom­men voll­zo­gen wird, sind nicht frei von dem Zwei­fel, dass Men­schen­rech­te ver­letzt wer­den. Ob der mit hei­ßer Na­del ge­strick­te Pakt hält, wer­den die nächs­te Mo­na­te zei­gen.

In Deutsch­land ist der wich­tigs­te Ta­ges­ord­nungs­punkt zur Be­wäl­ti­gung der Flücht­lings­kri­se nun die In­te­gra­ti­on. Die Bun­des­re­gie­rung muss schnell ihr ge­plan­tes In­te­gra­ti­ons­ge­setz vor­le­gen. BE­RICHT

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