„Markt­fremd“

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - Wil­li Heu­vens Bed­burg-Hau

Seit Wo­chen dis­ku­tiert die Öf­fent­lich­keit über die Schlie­ßung der Spar­kas­sen-Ge­schäfts­stel­le Rin­dern. Die­se Zweig­stel­le der einst wich­tigs­ten Uni­ver­sal­bank in Kle­ve be­dient die ge­sam­te Nie­de­rung, Or­te wie Rin­dern, Dons­brüg­gen, Düf­fel­ward, Schen­ken­schanz, Brie­nen und Kee­ken. Die Ein­stel­lung der veant­wort­li­chen Vor­stän­de be­grün­det sich auf Kos­ten­er­spar­nis. Es ist sehr ein­fach und zeugt von we­nig Kön­nen und Füh­rungs­qua­li­tät, wenn man durch Ge­schäfts­stel­len­schlie­ßun­gen, durch Ab­bau von Kun­den­nä­he und auch durch Sen­kung von Per­so­nal­kos­ten die Po­si­ti­on „Ge­win­ne“in der GuVRech­nung auf­mö­beln möch­te. Ich ver­mis­se hier die Ein­spa­run­gen bei den uto­pi­schen Ge­häl­tern der Vor­stands­mit­glie­der, die im Ver­gleich zu den Ein­künf­ten im Mit­tel­stand und in den Un­ter­neh­men des frei­en Mark­tes ab­so­lut nicht ge­recht­fer­tigt sind. Ich be­zweif­le, dass die­se ver­ant­wort­li­chen Vor­stän­de in der frei­en Wirt­schaft er­folg­reich tä­tig sein könn­ten. Au­ßer­dem stel­le ich auch hier wie­der fest, dass ein vor­wie­gend aus Po­li­ti­kern zu­sam­men­ge­stel­ler Auf­sichts-/Ver­wal­tungs­rat die Pflicht hät­te, im Sin­ne der Bür­ger, de­nen ja die Spar­kas­se als öf­fent­li­che-recht­li­che An­stalt mit Ge­währ­trä­ger­haf­tung von Stadt und Kreis Kle­ve ge­hört, hier zu in­ter­ve­nie­ren. Denn sonst wer­den die­se Auf­sichts­rä­te un­glaub­wür­dig, ob­wohl sich Vor­stän­de gern hin­ter dem Ar­gu­ment „Dies ist ope­ra­ti­ves Ge­schäft - dies ent­schei­det der Vor­stand“of­fen­ba­ren. In die­sem Zu­sam­men­hang den­ke ich, sind die Ein­kom­men der Ent­schei­dungs­trä­ger mehr als deut­lich über­zo­gen, ethisch nicht ver­tret­bar. Ich bin mal ge­spannt, mit wel­chen Ar­gu­men­ten die Fu­si­on der drei Spar­kas­se (Kle­ve, Em­me­rich, Strae­len) voll­zo­gen wird. Hof­fent­lich ver­schweigt man nicht, war­um der Kreis Kle­ve vor nicht all­zu lan­ger Zeit 10 Mil­lio­nen Eu­ro nach Em­me­rich über­wies, be­stimmt nicht, weil es die­ser Spar­kas­se so gut geht. Wer fragt da­nach, war­um die Ver­trags­lauf­zeit des Ver­ant­wort­li­chen in Em­me­rich ver­län­gert wur­de? Ich den­ke, die Ge­nos­sen­schafts­ban­ken ha­ben längst den ers­ten Platz in Sa­chen Kun­den­nä­he über­nom­men - scha­de für die Spar­kas­sen .... viel­leicht doch gut für die Men­schen vor Ort.

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