Viel Lob für Wei­den­fel­ler

Rheinische Post Goch - - SPORT -

DORT­MUND (sb/sid) Auf Ro­man Wei­den­fel­ler ist Ver­lass. Dar­in sind sich bei Bo­rus­sia Dort­mund nach dem 1:1 ge­gen den FC Li­ver­pool al­le ei­nig. Mit her­aus­ra­gen­den Re­fle­xen ver­ei­tel­te der Tor­hü­ter des BVB gleich meh­re­re Groß­chan­cen der Reds, wahr­te so die Chan­ce aufs Wei­ter­kom­men sei­nes Teams. „Er hat ei­ni­ge Din­ger sen­sa­tio­nell ge­hal­ten“, sag­te Dort­munds Trai­ner Tho­mas Tu­chel. Trotz der Hel­den­ta­ten in der Eu­ro­pa Le­ague wird Wei­den­fel­ler mor­gen im Der­by beim FC Schal­ke 04 sei­nen Platz zwi­schen den Pfos­ten wie­der räu­men müs­sen – ob­wohl die ge­zeig­te Leis­tung da­ge­gen spricht.

Tu­chel hat­te sich im ver­gan­ge­nen Som­mer auf den Schwei­zer Zu­gang Ro­man Bür­ki als neue Num­mer eins fest­ge­legt und wird an die­ser kla­ren Rol­len­ver­tei­lung nichts än­dern. Wei­den­fel­ler ist seit­dem der „Eu­ro­pa-Le­ague-Tor­wart“des BVB, ab­sol­vier­te in die­sem Wett­be­werb mit Aus­nah­me der Du­el­le ge­gen den FC Por­to, die er we­gen ei­ner Er­käl­tung ver­pass­te, al­le Spie­le. Der 35-jäh­ri­ge Rou­ti­nier nahm die un­ge­wohn­te Rol­le nach 14 Jah­ren in Dort­mund, in de­nen er über­wie­gend Stamm­kraft war, klag­los an, ver­län­ger­te im Fe­bru­ar so­gar sei­nen Ver­trag bis 2017.

Die Fans des BVB fei­er­ten ihn für sei­ne Leis­tung auf in­ter­na­tio­na­lem Par­kett aus­gie­big, Wei­den­fel­ler wa­ren die Hul­di­gun­gen fast schon ein biss­chen un­an­ge­nehm. „Ich sp­re- che un­gern über mich selbst. Das müs­sen an­de­re be­ur­tei­len“, sag­te der BVB-Schluss­mann. Das ta­ten sie. Ex-Trai­ner Jür­gen Klopp be­zeich­ne­te sei­ne Leis­tung als „her­aus­ra­gend“, Mit­spie­ler Sven Ben­der be­dank­te sich da­für, „dass Ro­man uns im Spiel ge­hal­ten hat“. Auf die ei­ge­ne Leis­tung an­ge­spro­chen gab sich der Schluss­mann be­schei­den. „Ich hät­te das Spiel lie­ber ge­won­nen und ei­ne Pa­ra­de we­ni­ger ge­macht“, sag­te der Teil­zeit-Tor­hü­ter.

Seit sei­nem Wech­sel vom 1. FC Kai­sers­lau­tern nach Dort­mund 2002 wur­de er zwei­mal Deut­scher Meis­ter, ein­mal Po­kal­sie­ger und er­reich­te das Cham­pi­ons-Le­ague-Fi­na­le 2013 ge­gen Bay­ern Mün­chen. un­ru­hi­gen Um­feld wohl sei­nen letz­ten Kre­dit ver­spielt.

Die Spie­ler ha­ben sich wohl be­reits men­tal von ih­rem Vor­ge­setz­ten ver­ab­schie­det. „Es ist de­fi­ni­tiv ei­ne Men­ta­li­täts­fra­ge“, be­rich­tet Of­fen­siv­spie­ler Eric Ma­xim Chou­po-Mo­ting. Die Ver­mitt­lung der rich­ti­gen Ein­stel­lung zum Be­ruf zählt zu den Kern­kom­pe­ten­zen ei­nes Trai­ners. Er soll mo­ti­vie­ren, je­den ein­zel­nen Spie­ler nach Mög­lich­keit bes­ser ma­chen. Dass ist dem noch recht un­er­fah­re­nen Brei­ten­rei­ter bis­lang je­den­falls nicht ge­lun­gen. Und so wird mun­ter über sei­ne Zu­kunft spe­ku­liert, im­mer mal wie­der wer­den die Na­men von Lu­ci­en Fav­re und Mar­kus Wein­zierl als po­ten­zi­el­le Nach­fol­ger lan­ciert. Über den Wahr­heits­ge­halt ist da­mit nichts ge­sagt, gleich­wohl wird ste­tig die Au­to­ri­tät des 42-Jäh­ri­gen un­ter­gra­ben.

Im­mer­hin gibt es ein paar Un­er­schüt­ter­li­che in Rei­hen des FC Schal­ke, die sich nicht in ih­rem Op­ti­mis­mus be­ir­ren las­sen. Tor­wart Ralf Fähr­mann zum Bei­spiel. „Es ist kein Bun­des­li­ga­spiel, es ist was ganz Be­son­de­res. Egal, wie gut der Geg­ner drauf sein mag“, sagt der 27-Jäh­ri­ge. Je­der sei „top­mo­ti­viert“, ver­si­chert auch Jo­el Ma­tip: „Wir müs­sen al­le Emo­tio­nen, die wir ha­ben, rein­schmei­ßen.“Dass Dort­mund we­gen der ho­hen Be­las­tung schwä­cheln könn­te, glaubt Brei­ten­rei­ter nicht: „Weil der Ka­der un­se­rer Nach­barn der­ma­ßen breit ist, dass sie oh­ne Qua­li­täts­ver­lust ro­tie­ren kön­nen.“

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