Schu­bert ent­wi­ckelt sich und Bo­rus­sia wei­ter

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STE­FAN KLÜTTERMANN

MÖN­CHEN­GLAD­BACH Seit sechs­ein­halb Mo­na­ten ist An­dré Schu­bert Bun­des­li­ga­trai­ner. Das ist nicht lan­ge. In die­sen sechs­ein­halb Mo­na­ten in Mön­chen­glad­bach hat Schu­bert aber be­reits sei­ne drit­te Ent­wick­lung durch­ge­macht. Und es ist just die drit­te Ent­wick­lung, die Bo­rus­sia vor dem heu­ti­gen Spiel in In­gol­stadt (15.30 Uhr) Kurs auf die Cham­pi­ons Le­ague neh­men sieht und Schu­bert selbst ganz ne­ben­bei auch bei al­len Skep­ti­kern die letz­ten Zwei­fel aus­räu­men lässt, dass er über den Som­mer hin­aus in Glad­bach bleibt.

An­dré Schu­bert, das war im Sep­tem­ber erst­mal der Mann, der Bo­rus­sia nach Lu­ci­en Fav­res Rück­zug am 6. Spiel­tag mit null Punk­ten über­nahm, dann mit den Foh­len dank be­rau­schen­den Of­fen­siv­fuß­balls ful­mi­nan­te Sie­ge am Stück ein­fuhr und über­dies die Ver­kaufs­zah­len grü­ner Ka­pu­zen­pul­lis im Fanshop in die Hö­he trieb. Bo­rus­sia räum­te das Feld von hin­ten auf, und Schu­bert be­kam ei­nen Chef­trai­ner­ver­trag bis 2017.

Doch dann ging die­se ers­te Pha­se zu En­de. Zwi­schen De­zem­ber und Fe­bru­ar stürm­te Bo­rus­sia zwar wei­ter mu­tig nach vor­ne, kas­sier­te aber mit ei­ner ent­blöß­ten und nai­ven De­fen­siv­ar­beit Ge­gen­to­re, die Nie­der­la­gen un­ver­meid­lich wer­den lie­ßen. Der Kult um Schu­bert brö­ckel­te, das De­fen­siv­pro­blem blieb über den Win­ter un­ge­löst, der Na­me von Augs­burgs Trai­ner Mar­kus Wein­zierl geis­ter­te nun im­mer häu­fi­ger durchs Bo­rus­sen-Um­feld, und Schu­bert – so die Wahr­neh­mung

Gra­nit Xha­ka vie­ler – be­geg­ne­te all dem in der Öf­fent­lich­keit mit ei­ner Mi­schung aus Trotz und lais­sez-fai­re.

In­des, er und Bo­rus­sia be­ka­men ein­mal mehr die Kur­ve: Schu­bert selbst zeig­te sich lern­wil­lig, ver­bes­ser­te Spie­ler wie Ni­co El­ve­di oder Th­or­gan Ha­zard und be­kam mit sei­nem Team die Ge­gen­tor­flut ein­ge­dämmt. In den ver­gan­ge­nen sie­ben Spie­len gab es 17:6 To­re. Glad­bach ist da­heim ei­ne Macht, be­geis­tert mit der dritt­bes­ten Spiel­kul­tur der Li­ga und ver­tei­digt wie­der cle­ver, kol­lek­tiv und kon­se­quent wie zu bes­ten Fav­re-Ta­gen. „Es macht wirk­lich Spaß, weil wir uns nach ei­nem schwie­ri­gen Start in die Rück­run­de in­zwi­schen ge­fun­den ha­ben und auf dem Le­vel spie­len, auf dem wir in der Hin­run­de ge­spielt ha­ben. Und wir las­sen fast nichts mehr zu“, sagt Ka­pi­tän Gra­nit Xha­ka. Schu­bert selbst sagt: „Ich bin schon seit ei­ni­gen Wo­chen sehr zu­frie­den mit un­se­rer De­fen­siv­ar­beit. Wir ha­ben ja nicht plötz­lich zu Null ge­spielt. Wir ha­ben schon in an­de­ren Rück­run­den­spie­len, auch aus­wärts, nicht vie­le Chan­cen zu­ge­las­sen.“

Spä­tes­tens nach dem 5:0 am Sonn­tag ge­gen Her­tha BSC und dem Her­an­rü­cken an Platz drei auf drei Zäh­ler ist die Cham­pi­ons Le­ague wie­der ein rea­lis­ti­sches Ziel ge­wor­den am Nie­der­rhein. „Wenn du drei Punk­te hin­ter Rang drei bist, musst du träu­men und al­les da­für ge­ben, nächs­tes Jahr wie­der Cham­pi­ons Le­ague zu spie­len“, sagt Xha­ka.

Doch für die­sen Traum soll­ten die Bo­rus­sen heute erst­mals seit mehr als fünf Mo­na­ten tun­lichst auch mal wie­der aus­wärts ge­win­nen. Mit An­dré Schu­bert in der Ver­si­on 3.0 soll­te das mach­bar sein.

„Wenn du drei Punk­te hin­ter Rang drei bist, musst du von der Cham­pi­ons Le­ague träu­men“

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