Schäu­bles Ver­spre­chen

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MARTIN KESSLER

Fi­nanz­mi­nis­ter Wolf­gang Schäu­b­le will schär­fer ge­gen Steu­er­be­trug und Geld­wä­sche vor­ge­hen. Rich­tig. Die­ser Kampf ist über­fäl­lig. Denn es war der CDU-Po­li­ti­ker, der sich wie im Fal­le der Schweiz ei­ne Zeit lang eher mit halb­her­zi­gen Lö­sun­gen zu­frie­den­gab. Wenn er jetzt an vor­ders­ter Front kämp­fen will, um­so bes­ser.

Es ist aber trau­rig, dass da­für erst ei­ne Ent­hül­lung über die Brief­kas­ten­fir­men su­per­rei­cher An­le­ger und gie­ri­ger Po­li­ti­ker nö­tig war. Und die wird al­lent­hal­ben re­la­ti­viert, weil den Be­trof­fe­nen kei­ne il­le­ga­len Ge­schäf­te nach­zu­wei­sen sei­en. Ei­ne Brief­kas­ten­fir­ma, so heißt es, sei ja für sich nicht un­ge­setz­lich.

Bis heute kön­nen die Ver­tei­di­ger die­ser Form der An­la­ge aber kei­ne schlüs­si­ge Be­grün­dung nen­nen, war­um Brief­kas­ten­fir­men zu et­was An­de­rem als Steu­er­um­ge­hung, Geld­wä­sche oder Ver­mö­gens­ver­schleie­rung tau­gen. Wenn Schäu­b­le und sei­ne in­ter­na­tio­na­len Mit­strei­ter es wirk­lich ernst mei­nen, dann müs­sen sie recht­lich sau­ber ge­gen sol­che An­la­gen vor­ge­hen. Sonst ver­stär­ken sie den Frust über die glo­bal wach­sen­de Un­gleich­heit. BE­RICHT

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