Fun­kel will Leip­zig weh tun

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON BERND JOLITZ

Auf dem Pa­pier sind heute in Düs­sel­dorf die Gäs­te fa­vo­ri­siert. Fortu­nas Aus­gangs­la­ge ist den­noch gar nicht so schlecht.

DÜS­SEL­DORF Der MSV Duis­burg hat vor­ge­macht, wie es geht. Und nicht zu­letzt Fortu­na Düs­sel­dorf selbst: Die „Ze­bras“lan­de­ten ges­tern ei­nen nie er­war­te­ten 3:2-Er­folg beim Se­ri­en­sie­ger 1. FC Nürn­berg, Fortu­na brach­te im Fe­bru­ar dem Spit­zen­rei­ter SC Frei­burg ei­ne hoch­ver­dien­te 1:2-Heim­nie­der­la­ge bei. Zwei Er­geb­nis­se, die zei­gen, dass nichts un­mög­lich ist in die­ser ver­rück­ten Zwei­ten Fuß­ball-Bun­des­li­ga. „Und in ei­nem ein­zel­nen Spiel hat man im­mer ei­ne Chan­ce“, be­tont Trai­ner Friedhelm Fun­kel. „Erst recht, wenn die Jungs das, was sie sich im Trai­ning mit Rie­sen­ein­satz er­ar­bei­tet ha­ben, auch ge­gen Leip­zig auf den Platz brin­gen.“

Die Mo­ti­va­ti­on ist ex­trem hoch, wenn Fortu­na heute um 20.15 Uhr auf den Ra­sen der hei­mi­schen Are­na läuft. Das liegt zum ei­nen am frisch ge­won­ne­nen Selbst­ver­trau­en, da die Rot-Wei­ßen in den bei­den Par­ti­en seit dem Amts­an­tritt Fun­kels vier Punk­te hol­ten. Zum an­de­ren an der Ta­bel­len­si­tua­ti­on: Vor Be­ginn des Spiel­tags hat­ten die Rea­lis­ten un­ter den Düs­sel­dor­fer An­hän­gern be­reits ein­kal­ku­liert, ein we­nig Bo­den auf die Kon­kur­renz im Ab­stiegs­kampf zu ver­lie­ren. Das frei­lich ist nach den Nie­der­la­gen des SC Pa­der­born, des TSV 1860 Mün­chen und des FSV Frank­furt be­reits gar nicht mehr mög­lich. Die heu­ti­ge Par­tie ist zum Bo­nus­spiel ge­wor­den: Schon ein Un­ent­schie­den wä­re frag­los ein Er­folg und wür­de über­dies ge­nü­gen, die Frank­fur­ter vom 14. Ta­bel­len­platz zu ver­drän­gen.

„Die Ta­bel­le in­ter­es­siert mich im Au­gen­blick über­haupt noch nicht“, sagt da­zu Friedhelm Fun­kel. „Wo­bei uns al­len klar ist, dass die zu­letzt ge­hol­ten vier Punk­te noch nicht viel Druck von uns ge­nom­men ha­ben. Die Lage ist wei­ter­hin nicht op­ti­mal, aber die Mann­schaft ist da­mit in der Zeit gut um­ge­gan­gen. Sie wirkt um ei­ni­ges selbst­si­che­rer als zu dem Zeit­punkt, als ich kam. Das ist ein gu­ter Hau­fen, ei­ne gu­te Trup­pe.“Da­zu trägt na­tür­lich bei, dass Fun­kel das rich­ti­ge Maß Selbst­si­cher­heit vor­lebt. Er stellt zwar die Qua­li­tä­ten des heu­ti­gen Gas­tes her­aus („Leip­zig ver­fügt über Of­fen­siv­Power vom Al­ler­feins­ten“), stellt aber das ei­ge­ne Licht nicht un­ter den Schef­fel. „Die Leip­zi­ger konn­ten ih­re Qua­li­tä­ten nicht im­mer auf den Platz brin­gen“, hat er er­kannt. „Wir wol­len ih­nen weh tun, sie in Zwei­kämp­fen be­ar­bei­ten und ih­nen die Lust am Fuß­ball neh­men.“

Bit­ter ist da­bei al­ler­dings, dass der Coach auf min­des­tens zwei wich­ti­ge Stüt­zen ver­zich­ten muss. Ke­rem De­mir­bay, Re­gis­seur und mit sechs Sai­son­tref­fern bes­ter Tor­schüt­ze, so­wie Lu­kas Schmitz fal­len gelb­ge­sperrt aus. Zu­dem bangt Fortu­na noch um den Ein­satz von In­nen­ver­tei­di­ger Alex­an­der Mad­lung, der we­gen ei­ner Rü­cken­ver­let­zung in der ver­gan­ge­nen Wo­che kaum trai­nie­ren konn­te.

Im gest­ri­gen Nach­mit­tags­trai­ning dreh­te der 33-jäh­ri­ge Rou­ti­nier le­dig­lich sei­ne Run­den um den Platz, wäh­rend die Kol­le­gen ein Übungs- spiel ab­sol­vier­ten. Da­bei ver­trat zu­nächst Chris­ti­an Stroh­diek Mad­lung im Ab­wehr­zen­trum, spä­ter dann Adam Bod­zek. Die zwei­te Va­ri­an­te wä­re die Chan­ce für ein Come­back Chris­ti­an Gart­ners – wahr­schein­li­cher wä­re je­doch Stroh­diek, falls Mad­lung wirk­lich nicht mit­wir­ken könn­te. Auf­stel­lung: Ren­sing – Schau­er­te, Hag­gui, Mad­lung (Stroh­diek), Bel­ling­hau­sen – Bod­zek, So­bott­ka – Mavri­as, Fink, Sara­rer – Djurdjic. – Schieds­rich­ter: Din­gert (Le­becks­müh­le). – Li­ve-Ticker: Heute ab 20.15 Uhr bei www.rp-on­li­ne.de/fortu­na

FO­TO: IMA­GO

Trai­ner Friedhelm Fun­kel (re.) und sein ak­tu­ell größ­tes Sor­gen­kind – Alex­an­der Mad­lung, der an ei­ner Rü­cken­ver­let­zung la­bo­riert.

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