Flücht­lin­ge sol­len Kind miss­braucht ha­ben

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON MARTIN OBER­PRIL­LER

Drei jun­ge Af­gha­nen sit­zen in U-Haft. Die Er­mitt­ler wer­fen ih­nen ei­ne schwe­re se­xu­el­le Straf­tat vor.

SOLINGEN Drei af­gha­ni­sche Flücht­lin­ge, die als un­be­glei­te­te Ju­gend­li­che nach Deutsch­land ge­kom­men sind, ste­hen im Ver­dacht, sich in Solingen an ei­nem zwöl­fjäh­ri­gen Jun­gen ver­gan­gen zu ha­ben. Das be­stä­tig­te die Staats­an­walt­schaft Wup­per­tal ges­tern auf An­fra­ge. „Die drei Ju­gend­li­chen sit­zen in Un­ter­su­chungs­haft“, sag­te ein Spre­cher.

Der Vor­fall soll sich be­reits am 3. April in der Ju­gend­hil­feein­rich­tung Hal­fes­hof des Land­schafts­ver- ban­des Rhein­land (LVR) er­eig­net ha­ben. Dort wer­den ver­hal­tens­auf­fäl­li­ge so­wie so­zi­al be­nach­tei­lig­te Ju­gend­li­che be­treut. So­wohl das mut­maß­li­che Op­fer als auch die Tä­ter wa­ren laut Staats­an­walt­schaft in der Ein­rich­tung un­ter­ge­bracht. Der Miss­brauchs­fall war ans Licht ge­kom­men, weil sich der Jun­ge ei­nem Er­zie­her an­ver­traut hat­te. Die­ser schal­te­te dar­auf­hin die Po­li­zei ein.

Bei den drei Ver­däch­ti­gen, de­nen ei­ne „schwe­re se­xu­el­le Straf­tat“zur Last ge­legt wird, han­delt es sich nach ei­ge­nem Be­kun­den um Ju- gend­li­che im Al­ter von 16, 17 be­zie­hungs­wei­se 18 Jah­ren. Al­ler­dings he­gen die Er­mitt­ler an die­sen An­ga­ben er­heb­li­che Zwei­fel. „Dem Au­gen­schein nach könn­ten die Ver­däch­ti­gen auch äl­ter sein“, sag­te der Spre­cher der Staats­an­walt­schaft. Er kün­dig­te an, zu dem Al­ter der Af­gha­nen ein Gut­ach­ten an­fer­ti­gen zu las­sen. Soll­te sich her­aus­stel­len, dass die Ver­haf­te­ten äl­ter als 18 Jah­re alt sind, könn­ten sie so­wohl nach Ju­gend- als auch nach Er­wach­se­nen­straf­recht zur Re­chen­schaft ge­zo­gen wer­den. Ei­ner der Ver­däch­ti- gen ist bei den Be­hör­den kein un­be­schrie­be­nes Blatt. Der jun­ge Mann war schon frü­her ein­mal auf­ge­fal­len, als er un­ter ei­nem an­de­ren Na­men nach Deutsch­land ein­ge­reist war. „Zu­dem gab er ein an­de­res Ge­burts­da­tum an“, hieß es bei der Staats­an­walt­schaft.

Der LVR kün­dig­te an, die Si­cher­heits­vor­keh­run­gen in der Ju­gend­hil­feein­rich­tung Hal­fes­hof zu über­prü­fen. „Noch in die­ser Wo­che wer­den Ge­sprä­che ge­führt, bei de­nen der Fall un­ter­sucht wird“, sag­te ein LVR-Spre­cher.

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