Wenn ein ge­lieb­ter Mensch stirbt

Rheinische Post Goch - - BLICKPUNKT KLEVE - VON HOL­GER LODAHL

Was kön­nen Hin­ter­blie­be­ne in Zei­ten tie­fer Trau­er tun, um den Ver­lust zu ver­ar­bei­ten?

Ster­ben und Tod sind The­men, die Men­schen im All­tag un­be­wusst ver­drän­gen. Um­so grö­ßer ist oft der Schock, wenn plötz­lich ein Freund oder Ver­wand­ter stirbt. Zur Trau­er stel­len sich nach kur­zer Zeit die Fra­gen, wie ei­ne Be­er­di­gung zu or­ga­ni­sie­ren ist und wel­che Be­hör­den­gän­ge nö­tig sind. „Hin­ter­blie­be­ne soll­ten sich schnell an ei­nen Be­stat­ter ih­res Ver­trau­ens wen­den“, sagt Jür­gen Salm vom Be­stat­ter­ver­band Nord­rhein-West­fa­len. Dem Ver­band ge­hö­ren mehr als 1000 Be­stat­ter­un­ter­neh­men an, die on­li­ne in ei­ner Da­ten­bank ge­lis­tet sind. Mit we­ni­gen Klicks kön­nen Hin­ter- blie­be­ne her­aus­fin­den, wel­cher Be­stat­ter in ih­rer Nä­he ar­bei­tet. Auch Edi­tha Ken­trupB­ent­zi­en ist dem Ver­band an­ge­schlos­sen. Sie führt das Be­stat­tungs­haus He­ben­streit & Ken­trup in Bonn und hilft bei al­len Fra­gen und nö­ti­gen Ar­bei­ten nach ei­nem Todesfall. „Bei ei­nem Ster­be­fall zu­hau­se muss zu­nächst der Haus­arzt ver­stän­digt wer­den, der die To­des­be­schei­ni­gung aus­stellt“, sagt sie. Zum Ser­vice ei­nes Be­stat­ters ge­hö­ren ne­ben ei­nem aus­führ­li­chen Be­ra­tungs­ge­spräch an­schlie­ßend die Er­le­di­gun­gen vie­ler be­hörd­li­cher Ar­bei­ten so­wie die Ter­mi­nie­rung bei Kir­chen und die Vor­be­rei­tung der Über­füh­rung des Ver­stor­be­nen. So ist der Trau­ern­de ent­las­tet und kann in Ru­he Ab­schied neh­men.

Aber wie kann ein Trau­ern­der den Todesfall ver­ar­bei­ten? „Der Ver­lust ei­nes na­he­ste­hen­den Men­schen bringt die meis­ten An­ge­hö­ri­gen in ei­ne Si­tua­ti­on, in der sie be­son­de­rer Hil­fe und Un­ter­stüt­zung be­dür­fen“, sagt Jür­gen Salm, der in Düs­sel­dorf auch ein Be­stat­tungs­un­ter­neh­men führt. Ein be­son­de­rer Mo­ment der Trau­er­ar­beit ist der Zeit­punkt, an dem sie ih­ren ver­stor­be­nen An­ge­hö­ri­gen das letz­te Mal se­hen. Vie­le Men­schen möch­ten sich im Ab­schieds­raum des Be­stat­tungs­hau­ses oder auf dem Fried­hof in stil­len Wor­ten von ei­nem Ge­lieb­ten ver­ab­schie­den, ihn viel­leicht noch ein­mal in den Arm neh­men. Wich­ti­ges Sym­bol für die Trau­er­ar­beit kann auch die Gr­ab­stät­te sein. „Das Gr­ab ist ein in­di­vi­du­el­les Do­ku­ment des ver­gan­ge­nen Le­bens und sym­bo­li­siert den Glau­ben an ein Le­ben über den Tod hin­aus“, er­läu­tert Salm. Mit dem Gr­ab be­hält ein ver­stor­be­ner Mensch ei­nen fes­ten Platz, an dem die Men­schen an den Ver­stor­be­nen den­ken. „Ein Be­stand­teil un­se­rer Trau­er­kul­tur am Gr­ab ist es, den Ver­stor­be­nen bei ih­rem Über­gang vom Le­ben zu­rück zur Er­de mit Blu­men zu be­glei­ten“, sagt Edi­tha Ken­trupB­ent­zi­en.

FO­TO: THINKSTOCK/ALTRENDO IMAGES

Wenn ein Fa­mi­li­en­mit­glied oder ein Freund ge­stor­ben ist, ist es wich­tig, dass An­ge­hö­ri­ge sich auf kom­pe­ten­te ver­las­sen kön­nen.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.