Miss­ma­nage­ment hat Thys­sen ge­schwächt

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON KIRS­TEN BI­AL­DI­GA

Die deut­sche Stahl­in­dus­trie steht vor dem größ­ten Um­bruch, seit Ger­hard Crom­me mit Krupp Mit­te der 90er Jah­re zur feind­li­chen Über­nah­me des Ri­va­len Thys­sen an­setz­te. Die kom­men­den Mo­na­te wer­den er­neut über die Zu­kunft der Stahl­ko­cher im Ruhr­ge­biet ent­schei­den – und nicht nur dort. Über­ka­pa­zi­tä­ten, Dum­ping-Im­por­te, nach­las­sen­de Nach­fra­ge und der da­mit ver­bun­de­ne Ver­fall der Stahl­prei­se set­zen der Bran­che wie­der ein­mal hart zu.

In die­ser Si­tua­ti­on wä­re es gut, wenn sich der deut­sche Markt­füh­rer Thys­sen­krupp aus ei­ner Po­si­ti­on der Stär­ke an ei­ner Kon­so­li­die­rung be­tei­li­gen könn­te. Zwar zählt das Stahl­ge­schäft von Thys­sen­krupp zu den pro­fi­ta­bels­ten Eu­ro­pas. Der Es­se­ner Mut­ter­kon­zern aber ist in schlech­ter Ver­fas­sung. Das Ei­gen­ka­pi­tal ist so nied­rig, dass Wert­be­rich­ti­gun­gen für den Ruhr­kon­zern leicht zu ei­nem exis­ten­zi­el­len Pro­blem wer­den kön­nen. Für Fu­si­ons­ver­hand­lun­gen ist das kei­ne gu­te Vor­aus­set­zung. Dass der einst so stol­ze Tra­di­ti­ons­kon­zern nun aus ei­ner ver­gleichs­wei­se schwa­chen Po­si­ti­on agiert, ist nicht nur dem Markt ge­schul­det. Da­für sind vor al­lem je­ne Ma­na­ger ver­ant­wort­lich, die beim Bau ei­nes Stahl­wer­kes in Bra­si­li­en fast zehn Mil­li­ar­den Eu­ro ver­senk­ten. BE­RICHT

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