Rot-Grün ge­gen schär­fe­ren Um­welt­schutz beim Stahl

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON THO­MAS REISENER

DÜS­SEL­DORF Kehrt­wen­de bei den Grü­nen: Ei­gent­lich will NRW-Um­welt­mi­nis­ter Jo­han­nes Rem­mel mit sei­nem NRW-Kli­ma­schutz­ge­setz ja be­son­ders stren­ge CO2-Emis­si­ons­gren­zen für NRW fest­schrei­ben. Aber jetzt plä­diert die Par­tei plötz­lich für mehr CO2-Spiel­räu­me – zu­min­dest für die NRW-Stahl­in­dus­trie. In ei­nem ge­mein­sa­men Land­tags-An­trag mit der SPD for­dert die grü­ne Frak­ti­on: „Be­son­ders ef­fi­zi­en­te Stahl­wer­ke dür­fen durch den Emis­si­ons­rech­te­han­del nicht mit zu­sätz­li­chen Kos­ten be­las­tet wer­den.“

Die Stahl­wirt­schaft läuft ge­ra­de Sturm ge­gen Plä­ne der EU für ei­ne Ver­teue­rung der CO2-Emis­si­ons­zer­ti­fi­ka­te. Bun­des­wirt­schafts­mi­nis­ter Sig­mar Ga­b­ri­el (SPD) for­dert hin­ge­gen, die bes­ten zehn Pro­zent der Stahl­wer­ke beim Zer­ti­fi­ka­te-Han­del zu ent­las­ten. Das Duis­bur­ger Thys­sen­Krupp-Werk gilt als be­son­ders emis­si­ons­arm, an­geb­lich sind die Po­ten­zia­le für CO2-Ein­spa­run­gen dort aus­ge­reizt.

Ent­spre­chend for­dern SPD und Grü­ne nun in ih­rem An­trag, die Vor­ga­ben aus Brüs­sel „müs­sen ab­hän­gig vom tech­no­lo­gi­schen Fort­schritt so fest­ge­legt wer­den, dass die­se tech­nisch und wirt­schaft­lich er­reicht wer­den kön­nen“. Auch COE­mis­sio­nen, die wie in Duis­burg nicht aus­ge­sto­ßen, son­dern nur ver­stromt wer­den, sol­len „voll­um­fäng­lich kos­ten­los“sein. Die Lan­des­re­gie­rung will die Zie­le des An­trags über den Bun­des­rat bei der EU durch­set­zen.

Rot-Grün steht un­ter Druck. Noch am Vor­mit­tag warf Op­po­si­ti­ons­füh­rer Ar­min La­schet (CDU) der Lan­des­re­gie­rung vor, die NRW-Stahl­ar­bei­ter bei die­sem The­ma im Stich zu las­sen. Beim Stahl­ak­ti­ons­tag ha­be sie den Be­leg­schaf­ten So­li­da­ri­tät ver­spro­chen, las­se aber kei­ne Ta­ten fol­gen. La­schet gab da­zu ei­ne Pres­se­kon­fe­renz – aus­ge­rech­net ge­mein­sam mit Gün­ter Back, dem Ge­samt­be­triebs­rats­chef von Thys­sen­Krupp Steel. Ei­ne un­ge­wöhn­li­che Al­li­anz. Fünf St­un­den spä­ter lie­ßen SPD und Grü­ne ih­ren ge­mein­sa­men An­trag durch­si­ckern.

„Be­son­ders ef­fi­zi­en­te

Stahl­wer­ke dür­fen nicht be­las­tet wer­den“

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