Sid­ney Poi­tier: Der ers­te schwar­ze Os­car-Ge­win­ner

Rheinische Post Goch - - UNTERHALTUNG -

Un­ter dem Hash­tag „Os­cars so whi­te“wur­den An­fang des Jah­res die Ver­lei­hun­gen der 88. Aca­de­my Awards in Los An­ge­les boy­kot­tiert. Tat­säch­lich wur­den in der Ge­schich­te des wich­tigs­ten Film­prei­ses Hol­ly­woods nur sel­ten dun­kel­häu­ti­ge Schau­spie­ler, Re­gis­seu­re und Pro­du­zen­ten ge­ehrt. Vor al­lem die wich­ti­gen Aus­zeich­nun­gen für die bes­ten männ­li­chen und weib­li­chen Haupt­dar­stel­ler blie­ben meist Wei­ßen vor­be­hal­ten. Der ers­te Afro­ame­ri­ka­ner, der die Os­car-Sta­tue für den bes­ten Haupt­dar­stel­ler mit nach Hau­se neh­men konn­te und auf die­se Wei­se Ge­schich­te schrieb, war Sid­ney Poi­tier (Fo­to). Er wur­de am 13. April 1964 mit dem Os­car für sei­ne Haupt­rol­le in der Ko­mö­die „Li­li­en auf dem Fel­de“ge­ehrt. Erst ein­mal zu­vor war ei­ne der be­gehr­ten Sta­tu­en an ei­ne Schwar­ze ge­gan­gen: Hat­tie McDa­ni­el, die für die Ne­ben­rol­le der „Mam­my“in „Vom Win­de ver­weht“ei­nen Os­car für die bes­te weib­li­che Ne­ben­rol­le mit­neh­men konn­te. Auch nach 1964 blie­ben Aus­zeich­nun­gen für schwar­ze Darstel­ler ei­ne Sel­ten­heit. Schau­spie­ler wie Den­zel Wa­shing­ton, Who­o­pi Gold­berg und Cu­ba Goo­ding Jr. wur­den höchs­tens für ih­re Leis­tun­gen in Ne­ben­rol­len ge­ehrt. 2002 schien sich das Blatt zu wen­den: In die­sem Jahr gin­gen bei­de Haupt­dar­stel­ler-Os­cars an schwar­ze Schau­spie­ler: Hal­le Ber­ry und Den­zel Wa­shing­ton. Zu­dem wur­de Sid­ney Poi­tier er­neut ge­ehrt: mit ei­nem Os­car für sein Le­bens­werk.

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