Pf­rün­de ver­tei­len

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON BIRGIT MARSCHALL

Ge­rin­ge Zin­sen, nied­ri­ger Öl­preis, ho­he Be­schäf­ti­gung – ei­gent­lich müss­te die deut­sche Wirt­schaft viel mehr brum­men. Sie kommt aber über mä­ßi­ge ein­ein­halb Pro­zent Wachs­tum nicht hin­aus. Auf der Su­che nach Ur­sa­chen ha­ben die Wirt­schafts­for­schungs­in­sti­tu­te ei­ne Mit­schul­di­ge ge­fun­den: die deut­sche Po­li­tik. Die küm­mert sich näm­lich schon seit Schröders Re­form­agen­da 2010 kaum mehr dar­um, die Vor­aus­set­zun­gen für Wachs­tum zu ver­bes­sern, son­dern ver­teilt lie­ber Pf­rün­de.

Lan­ge kann das nicht mehr gut ge­hen, denn – man darf nicht mü­de wer­den, es zu sa­gen – die Ge­sell­schaft al­tert, die Zahl der Er­werbs­tä­ti­gen sinkt. Ei­ne sol­che Ge­sell­schaft ist auf hö­he­res Wachs­tum an­ge­wie­sen, wenn sie die ra­pi­de stei­gen­den Ren­ten- und Ge­sund­heits­aus­ga­ben schul­tern will, oh­ne er­heb­li­che Ab­stri­che bei der Ver­sor­gung zu ma­chen. Doch die Po­li­tik macht lie­ber wei­ter wie bis­her. Den Wahl­tag 2017 schon im Blick, wett­ei­fern die Par­tei­en um neue teu­re Pro­jek­te, die Stich­wor­te lau­ten So­li­d­ar­ren­te und Ren­ten­ni­veau. Auf Dau­er lässt sich aber nur mehr ver­tei­len, wenn auf Dau­er auch mehr her­ein­kommt. BERICHT

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