Le­ben und ar­bei­ten im Kreis Kle­ve

Rheinische Post Goch - - EXTRA IMMOBILIENMARKT - VON MAT­THI­AS VON AR­NIM

Be­kann­te Mar­ken­un­ter­neh­men, Mit­tel­ständ­ler und Land­wir­te sor­gen für ei­nen brei­ten Bran­chen­mix.

„Qua­li­tät hat ein Zu­hau­se – Kreis Kle­ve“, ist ein far­ben­fro­hes Pla­kat der Wirt­schafts­för­de­rung Kreis Kle­ve über­schrie­ben. Die Bot­schaft lau­tet: Hier sind star­ke Mar­ken der breit ge­fä­cher­ten Er­näh­rungs­wirt­schaft be­hei­ma­tet. In der Grenz­re­gi­on un­weit von Nim­we­gen und Ven­lo sind be­kann­te Fir­men wie Bo­frost, Bon­du­el­le, Die­bels, En­gel, Küh­ne, Gim­born, Kat­jes, Mera­dog, Pfei­fer&Lan­gen und Si­le­sia wich­ti­ge Ar­beit­ge­ber. Sie pro­du­zie­ren in di­rek­ter Nach­bar­schaft zu den Agrar­be­trie­ben, die ih­nen die be­nö­tig­ten fri­schen Roh­stof­fe oh­ne lan­ge Trans­port­we­ge lie­fern. Aber auch Spe­zi­al­her­stel­ler von Ver­pa­ckungs­ma­schi­nen, Kaf­fee­röst­ma­schi­nen oder auch op­ti­sche Mess­tech­nik für die In­dus­trie sind im Kreis Kle­ve an­säs­sig. Ei­ne gan­ze Rei­he von Welt­markt­füh­rern und Hid­den Cham­pi­ons sorgt re­gel­mä­ßig für neue Re­kor­de bei den Ex­port­quo­ten, die stets über dem Lan­des­ni­veau lie­gen.

Auch das Hand­werk steht im Land­kreis Kle­ve hoch im Kurs – ins­be­son­de­re das Bau­hand­werk. Nir­gend­wo sonst in Nord­rhein-West­fa­len wird so flei­ßig ge­bud­delt und ge­baut wie zwi­schen Kra­nen­burg im Nor­den und Kerken, Rheurdt und Wach­ten­donk im Sü­den des Kreis­ge­bie­tes. Die Be­deu­tung der Bau­wirt­schaft im Kreis Kle­ve ist über­pro­por­tio­nal stark im Ver­gleich zu an­de­ren Re­gio­nen Nord­rhein-West­fa­lens. Wäh­rend bei­spiels­wei­se im Kam­mer­be­zirk Düs­sel­dorf 38 Pro­zent des Um­sat­zes der Hand­wer­ker-Bran­che al­lein auf das Bau­ge­wer­be fällt, wird im Kreis Kle­ve fast je­der zwei­te Hand­wer­ker-Eu­ro in der Bau­in­dus­trie um­ge­setzt. Das spie­gelt sich auch in den Be­schäf­tig­ten­zah­len wi­der. So ar­bei­tet in Düs­sel­dorf je­der drit­te Hand­wer­ker im Bau­ge­wer­be, im Kreis Kle­ve sind es 43 Pro­zent. Das sind ins­ge­samt 7,2 Pro­zent al­ler 93.980 Be­schäf­tig­ten. Auf Lan­des­ebe­ne liegt der Ver­gleichs­wert laut Sta­tis­tik der Bun­des­agen­tur für Ar­beit bei 4,9 Pro­zent.

Der Im­mo­bi­li­en­markt in der Re­gi­on ist im Ver­gleich zu grö­ße­ren Städ­ten Nord­rheinWest­fa­lens wie Düs­sel­dorf, Kre­feld oder Dort­mund noch ent­spannt. Doch die Nach­fra­ge ist in den ver­gan­ge­nen Jah­ren spür­bar an­ge­zo­gen. Im Kreis Kle­ve ste­hen rund 94.000 Häu­ser. Zu­letzt wur­den jähr­lich vier- bis fünf­hun­dert Bau­ge­neh­mi­gun­gen pro Jahr er­teilt. Drei von vier Wohn­im­mo­bi­li­en sind Ein­fa­mi­li­en­häu­ser. Doch auch hier voll­zieht sich all­mäh­lich ein Wan­del. Der Bau von mehr­stö­cki­gen Ge­bäu­den nimmt zu. Im ver­gan­ge­nen Jahr wur­den För­der­zu­sa­gen im Um­fang von mehr als zehn Mil­lio­nen Eu­ro für den Miet­woh­nungs­bau ge­macht. Für 2016 wird ei­ne ähn­li­che Grö­ßen­ord­nung er­war­tet.

„Un­se­re Re­gi­on ist für Bau­her­ren nicht nur we­gen der Land­schaft und der ver­gleichs­wei­se güns­ti­gen Grund­stücks­prei­se in­ter­es­sant“, sagt Wolf­gang Spreen, Land­rat des Krei­ses Kle­ve. „Der Land­kreis liegt ver­kehrs­güns­tig mit gu­ten An­bin­dun­gen und ei­ner über­zeu­gen­den In­fra­struk­tur“, so Spreen. Drei Au­to­bah­nen füh­ren durch den Land­kreis. Vom Air­port Weeze, ei­nem ehe­ma­li­gen bri­ti­schen Mi­li­tär­flug­ha­fen, f lie­gen jähr­lich 1,9 Mil­lio­nen Pas­sa­gie­re vor­wie­gend mit Rya­nair in Ur­laubs­re­gio­nen rund ums Mit­tel­meer, aber auch nach Edin­burgh, London oder Stock­holm. Weeze ist auf­grund sei­ner La­ge auf hal­ber Stre­cke zwi­schen Düs­sel­dorf und Ams­ter­dam nicht nur für deut­sche Ur­lau­ber als Ab­flug­ha­fen in­ter­es­sant. 40 Pro­zent der Flug­gäs­te kom­men aus den Nie­der­lan­den.

Die Nie­der­län­der rei­sen nicht nur durchs Land, um von dort so schnell wie mög­lich ab­zu­flie­gen. Mehr als 700 nie­der­län­di­sche Un­ter­neh­men, vom in Keve­la­er an­säs­si­gen Red Sun als Her­stel­ler von Be­ton­pro­duk­ten für die Gar­ten- und Land­schafts­ge­stal­tung über die Be­trei­ber-Ge­sell­schaft des Wun­der­land Kalkar bis hin zur einst von der Kreis-WfG an­ge­sie­del­ten Cham­pi­gnon-Zucht in Wach­ten­donk ha­ben sich in der Re­gi­on an­ge­sie­delt. Sie pro­fi­tie­ren bis heu­te von den Ak­ti­vi­tä­ten der Kreis-WfG, die mit viel En­ga­ge­ment die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung mit Un­ter­neh­mer­früh­stü­cken und -aben­den, Im­mo­bi­li­en­mes­sen und re­gio­na­len Ko­ope­ra­tio­nen vor­an­treibt. Trä­ger der Ge­sell­schaft sind der Kreis Kle­ve, die 16 Städ­te und Ge­mein­den so­wie al­le Spar­kas­sen und Volks­ban­ken.

Mehr als zehn­tau­send Men­schen im Kreis Kle­ve ar­bei­ten in der Land­wirt­schaft. Ver­an­stal­tun­gen wie die Agrar­mes­se Gre­enLi­ve in Kalkar ge­hö­ren des­halb zum Pflicht­pro­gramm. Als Glücks­fall be­zeich­net Spreen die Grün­dung der Hoch­schu­le Rhein-Waal im Jahr 2009. Die Hoch­schu­le lockt Jahr für Jahr im­mer mehr Stu­die­ren­de an, die nicht nur das Stu­di­en­an­ge­bot, son­dern auch die An­bin­dung der Hoch­schu­le an die um­lie­gen­de Wirt­schaft schät­zen. Zu die­sem Zweck för­dert der Ver­ein Cam­pus Cle­ve Pro­jek­te und Ak­ti­vi­tä­ten zur Ver­knüp­fung der re­gio­na­len Wirt­schaft mit der Hoch­schu­le. „Da­von pro­fi­tie­ren nicht nur die Stu­die­ren­den, son­dern na­tür­lich auch un­ser Land­kreis“, sagt Wolf­gang Spreen. „Zum ei­nen wird un­se­re Wirt­schaft ge­stärkt, zum an­de­ren kom­men im­mer mehr jun­ge Men­schen in un­se­re Re­gi­on, ler­nen sie ken­nen und schät­zen. Manch­mal blei­ben sie auch ein­fach da“, so Spreen.

Die Be­deu­tung der Bau­wirt­schaft im Kreis Kle­ve ist über­pro­por­tio­nal

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