Auch nach über 20 Jah­ren noch at­trak­tiv

Rheinische Post Goch - - EXTRA - VON MAR­TIN AH­LERS

Dis­count-Zer­ti­fi­ka­te über­zeu­gen durch ih­re Per­for­mance und zu­sätz­li­che Sta­bi­li­tät im Ver­gleich zu klas­si­schen Ak­ti­en­in­vest­ments.

Die Ent­wick­lung an den Fi­nanz­märk­ten wird im­mer schnel­ler und hek­ti­scher. Die Zy­klen wer­den kür­zer und was ges­tern noch Ge­win­ne brach­te, kann heu­te schon zu Ver­lus­ten füh­ren. Man­che Pro­duk­te und Di­enst­leis­tun­gen ver­schwin­den wie­der vom Markt, be­vor sie von ih­ren po­ten­zi­el­len Käu­fern über­haupt wahr­ge­nom­men wur­den.

Dies stellt sich bei Dis­coun­tZer­ti­fi­ka­ten al­ler­dings ganz an­ders dar. Vor über 20 Jah­ren von der da­mals noch ei­gen­stän­di­gen Bank Trink­aus & Burk­hardt (heu­te HSBC Trink­aus) erst­mals emit­tiert, ha­ben die Ol­dies des De­ri­va­te­mark­tes bis heu­te kaum an At­trak­ti­vi­tät ein­ge­büßt. So in­ves­tie­ren Pri­vat­an­le­ger der­zeit fast fünf Mrd. Eu­ro in die­sen De­ri­va­te­typ, und be­zo­gen auf die Bör­sen­um­sät­ze ma­chen Dis­coun­ter laut De­ri­va­te­ver­band so­gar die größ­te Grup­pe der An­la­ge­zer­ti­fi­ka­te aus.

Da­bei ist der Er­folg der Pro­duk­te wohl ins­be­son­de­re dar­auf zu­rück­zu­füh­ren, dass sich mit ih­nen auch dann ei­ne po­si­ti­ve Ren­di­te er­zie­len lässt, wenn sich der zu­grun­de­lie­gen­de Ba­sis­wert über ei­nen län­ge­ren Zei­t­raum hin­weg per sal­do nicht von der Stel­le be­wegt oder er so­gar leicht an Wert ver­liert. Dies er­gibt sich dar­aus, dass Dis­count-Zer­ti­fi­ka­te mit ei­nem „Preis­ab­schlag“im Ver­gleich zum je­wei­li­gen Un- der­ly­ing an­ge­bo­ten wer­den. Bei stark fal­len­den Kur­sen wer­den da­durch zu­dem die Ver­lus­te ab­ge­mil­dert und nur bei ho­hen Wert­zu­wäch­sen des Ba­sis­wer­tes schnei­den die Be­sit­zer der Pa­pie­re schlech­ter als bei ei­nem Di­rekt­in­vest­ment ab, da ih­re Ge­winn­chan­cen durch den ma­xi­ma­len Aus­zah­lungs­be­trag (Cap) ge­de­ckelt sind.

Ein wei­te­rer Grund für den lang­jäh­ri­gen Er­folg von Dis­count-Zer­ti­fi­ka­ten sind si­cher­lich die at­trak­ti­ven Ren­di­ten, die sich mit ih­nen bei ver­rin­ger­tem An­la­ge­ri­si­ko im Ver­gleich zu her­kömm­li­chen Ak­ti­en­en­ga­ge­ments in den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­zie­len lie­ßen.

So hat die Deut­sche Bank, die als ein­zi­ger Emit­tent ent­spre­chen­de Zah­len ver­öf­fent­licht, er­mit­telt, dass sich 57,2 Pro­zent der von ihr seit No­vem­ber 1999 emit­tier­ten und bis En­de 2015 fäl­lig ge­wor­de­nen Dis­coun­ter über die je­wei­li­ge Pro­dukt­lauf­zeit hin­weg bes­ser ent­wi­ckel­te ha­ben als der ih­nen zu Grun­de lie­gen­de Ba­sis­wert. „Ins­ge­samt wie­sen über drei­vier­tel (77,9 Pro­zent) der Pa­pie­re zum Lauf­zeit­ende ei­ne po­si­ti­ve Wert­ent­wick­lung auf“, wie Ni­co­lai Tiet­ze vom X-mar­ket­sTeam der Deut­schen Bank er­läu­tert. „Bei fast ei­nem Fünf­tel der ins­ge­samt 114.595 be­trach­te­ten Zer­ti­fi­ka­te konn­ten An­le­ger so­gar ei­ne po­si­ti­ve Ren­di­te er­zie­len, ob­wohl sich der Ba­sis­wert im je­weils sel­ben Zei­t­raum ne­ga­tiv ent­wi­ckelt hat.“

Gleich­zei­tig weist der De­ri­va­te­ex­per­te dar­auf hin, dass gut 60 Pro­zent der Pa­pie­re ei­ne Ren­di­te zwi­schen 0 und +20 Pro­zent er­zielt ha­ben, wäh­rend von den Ba­sis­wer­ten ge­ra­de ein­mal 28,3 Pro­zent in­ner­halb die­ses Per­for­man­ce­in­ter­valls la­gen. „We­nig über­ra­schend zeigt sich so­mit, dass mit Dis­coun­tern im Ver­gleich zu ei­nem Di­rekt­in­vest­ment in den Ba­sis­wert zu­min­dest kurz­fris­tig deut­lich sta­bi­le­re Ren­di­ten zu er­zie­len sind.“In­so­fern ist zu er­war­ten, dass die Be­liebt­heit von Dis­count-Zer­ti­fi­ka­ten an­hal­ten wird.

Ein wei­te­rer Grund für den lang­jäh­ri­gen Er­folg von Dis­coun­tZer­ti­fi­ka­ten sind at­trak­ti­ven Ren­di­ten

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