Kampl und Leverkusen strot­zen vor Selbst­ver­trau­en

Rheinische Post Goch - - SPORT - VON STEFANIE SANDMEIER

Die Werks­elf stößt Frank­furt in ar­ge Ab­stiegs­nö­te und macht sich zum kla­ren Fa­vo­ri­ten im Ren­nen um die Cham­pi­ons-Le­ague-Plät­ze.

LEVERKUSEN Die Bot­schaft, die Ke­vin Kampl mit sei­nem Tor­ju­bel sen­den woll­te, war an­ge­kom­men. Wer ge­nau hin­sah, wie der Mit­tel­feld­spie­ler sei­nem Trai­ner Ro­ger Schmidt in die Ar­me sprang und wel­che Emo­tio­nen sich da­bei ent­lu­den, hat viel über den Ist-Zu­stand die­ser Le­ver­ku­se­ner Mann­schaft er­fah­ren kön­nen. Die ist nach dem 3:0-Er­folg ge­gen Ein­tracht Frank­furt – dem fünf­ten Sieg in Fol­ge oh­ne Ge­gen­tor – zu ei­nem Top-An­wär­ter auf die di­rek­te Cham­pi­ons-Le­agueQua­li­fi­ka­ti­on ge­wor­den. Dass Bay­er in den letz­ten vier Par­ti­en Platz drei be­haup­ten kann, scheint in der ak­tu­el­len Form wahr­schein­li­cher als je zu­vor in die­ser Spiel­zeit. Das Mo­men­tum spricht klar für die Werks­elf, die be­rauscht von sich und ih­ren Mög­lich­kei­ten in die­sem Früh­jahr ein­drucks­voll auf­zeigt, wel­ches Po­ten­zi­al tat­säch­lich in ihr steckt. „Es ist schwer, aus Se­ri­en wie­der her­aus­zu­kom­men“, sag­te Christoph Kra­mer schmun­zelnd, der selbst nicht ge­nau wuss­te, wie aus ei­ner Grup­pe von Ein­zel-Kön­nern wie­der ein Er­folgs­team ge­wor­den ist.

Nein, das Spiel ge­gen ab­stiegs­be­droh­te Hes­sen, die Bay­er das Le­ben schwer mach­ten, war trotz des deut­li­chen 3:0 kein ein gu­tes. Aber dem Team ge­lingt es – egal in wel­cher La­ge – der­zeit mit enor­mer Ef­fi­zi­ent und ste­tig wach­sen­dem Selbst­ver­trau­en das Op­ti­mum her­aus­zu­ho­len. Die Rück­kehr der vie­len Ver­letz­ten hilft da­bei. Ke­vin Kampl ist ei­ner von ih­nen. Zwei Mo­na­te nach sei­nem Wa­den­bein­bruch stand er erst­mals auf dem Ra­sen.

Sein Trai­ner wech­sel­te ihn nach 70 Mi­nu­ten für den ver­letz­ten Chicha­ri­to ein – und ver­lieh der Par­tie da­mit den ent­schei­den­den Im­puls. Nach nur 24 Se­kun­den traf der Mit­tel­feld­spie­ler mit sei­nem ers­ten Ball­kon­takt per Vol­ley­schuss zum 1:0. Kampl, dem glei­ches schon ein­mal in Salz­burg ge­lang, konn­te sein Glück kaum fas­sen, setz­te zum Spurt an und sprang als ers­tes Ro­ger Schmidt in die Ar­me. „Das war ein Dan­ke­schön für sein Ver­trau­en“, er­klär­te der 25-Jäh­ri­ge. Bis Frei­tag stand noch gar nicht fest, ob es für ei­nen Platz im Ka­der rei­chen wür­de. „Ich ha­be bloß zwei hal­be Ma­le trai­niert, aber of­fen­sicht­lich gu­tes Heil­fleisch. Dass ich nach lan­ger Pau­se di­rekt tref­fe, macht mich stolz.“

Kam­pls Ges­te sag­te aber weit mehr aus. Es war ein er­neu­tes Be­kennt­nis zu Ro­ger Schmidt: „Wir ha­ben den per­fek­ten Trai­ner“, ent­geg­ne­te der Slo­we­ne en­er­gisch. „Jetzt, da fast al­le Spie­ler zu­rück sind, sieht man, dass die Ar­beit fruch­tet.“

Tat­säch­lich scheint die­se Mann­schaft mehr und mehr zu sich selbst zu fin­den, die im End­spurt ge­fes­tigt wirkt wie in der ge­sam­ten Spiel­zeit nicht. Schmidts Mo­di­fi­zie­rung sei­ner ei­gent­li­chen Spiel­idee tut dem Team gut. Ju­li­an Brandt, der mit dem 2:0 sein vier­tes Tor im vier­ten Spiel hin­ter­ein­an­der er­ziel­te, steht sinn­bild­lich für die­se Ent­wick­lung. Ka­rim Bel­la­ra­bi, steu­er­te mit dem 3:0 den ins­ge­samt elf­ten Tref­fer in der fünf­ten Par­tie bei. Das Früh­jahr scheint für die Bay­er-Pro­fis tat­säch­lich wie 2015 ein er­folg­rei­ches zu wer­den. Ge­gen Schal­ke, Berlin und Glad­bach kön­nen sie nun zei­gen, dass sie Platz drei ver­die­nen.

FOTO: IM­A­GO

Ke­vin Kampl ju­belt mit Ro­ger Schmidt über sei­nen Füh­rungs­tref­fer.

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