NRW-Grü­ne sen­den vor­sich­ti­ge Si­gna­le an die CDU

Rheinische Post Goch - - POLITIK - VON KIRS­TEN BI­AL­DI­GA

Par­tei­chef Sven Leh­mann kann sich nach der Wahl 2017 vie­le Op­tio­nen für ei­ne Ko­ali­ti­on vor­stel­len.

DÜS­SEL­DORF Gut zwölf Mo­na­te vor der Land­tags­wahl zei­gen sich die nord­rhein-west­fä­li­schen Grü­nen grund­sätz­lich auch für die CDU als Ko­ali­ti­ons­part­ner of­fen. „Wir schlie­ßen kei­ne Ko­ali­ti­on aus – bis auf ei­ne mit der AfD“, sag­te NRWG­rü­nen-Chef Sven Leh­mann ges­tern in Düs­sel­dorf. Die Rechts­po­pu­lis­ten stün­den nicht auf dem Bo­den des Grund­ge­set­zes. Und die FDP ha­be sich in NRW ir­re­le­vant ge­macht, weil Par­tei­chef Christian Lind­ner ei­ner Am­pel­ko­ali­ti­on in Düs­sel­dorf be­reits ei­ne Ab­sa­ge er­teilt ha­be, sag­te Leh­mann. Die NRW-Grü­nen woll­ten die dritt­stärks­te Kraft im Land blei­ben und streb­ten ei­nen „ei­gen­stän­di­gen, knall­grü­nen Wahl­kampf“an, sag­te Leh­mann im Vor­feld des Lan­des­par­tei­ta­ges, der am Wo­che­n­en­de in Neuss statt­fin­det.

Ak­tu­el­len Um­fra­gen zu­fol­ge wür­de die rot-grü­ne Re­gie­rungs­ko­ali­ti­on in NRW zur­zeit kei­ne Mehr­heit mehr er­rei­chen. Nach den jüngs­ten Land­tags­wah­len wer­den die Grü­nen je­doch in zwei Bun­des­län­dern al­ler Vor­aus­sicht nach zu­sam­men mit der CDU ei­ne Re­gie­rung bil­den: In Ba­den-Würt­tem­berg in ei­ner grün-schwar­zen Ko­ali­ti­on und in Sach­sen-An­halt als Teil ei­ner „Ke­nia-Ko­ali­ti­on“mit SPD und CDU. In Nord­rhein-West­fa­len fal­len die Sym­pa­thie­be­zeu­gun­gen al­ler­dings noch ver­hal­ten aus. „Die CDU in NRW steht für Still­stand“, sag­te der Grü­nen-Chef und ver­wies auf die Blo­cka­de­hal­tung der CDU bei der jüngst ge­schei­ter­ten Her­ab­set­zung des Wahl­al­ters auf 16 Jah­re.

Auf dem Lan­des­par­tei­tag wol­len die NRW-Grü­nen nach den Wor­ten von Co-Par­tei­che­fin Mo­na Neu­baur vor al­lem bei den The­men in­ne­re Si­cher­heit und Mo­bi­li­tät ih­re Po­si­tio­nen ab­ste­cken – und ihr Pro­fil ge­gen­über der SPD schär­fen. In ei­nem Leit­an­trag der Par­tei­spit­ze geht es et­wa um die Be­deu­tung des Sports beim Kampf ge­gen rech­te Het­ze. So for­dern die Grü­nen ei­ne beim Lan­des­sport­bund an­ge­sie­del­te Be­ra­tungs­stel­le ge­gen Rechts­ex­tre­mis­mus.

Zu­dem soll über die Ein­füh­rung von Po­li­zei­be­auf­trag­ten be­ra­ten wer­den, die Kon­flik­te zwi­schen Po­li­zis­ten und Bür­gern ent­schär­fen sol­len. Da­ge­gen sieht die Par­tei­spit- ze Schul­ter­ka­me­ras für Po­li­zis­ten und Vi­de­obe­ob­ach­tung im öf­fent­li­chen Raum wei­ter­hin skep­tisch. In der Ver­kehrs­po­li­tik spre­chen sich die Grü­nen ge­gen den Flug­ha­fen­aus­bau aus und für die Ein­rich­tung von 100 Mo­bi­li­täts­sta­tio­nen in NRW, an de­nen Bür­ger auf un­ter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten wie Car­sha­ring oder Fahr­rä­der zu­grei­fen kön­nen.

Auf dem Par­tei­tag stel­len sich Leh­mann und Neu­baur zur Wie­der­wahl. Das ei­gent­li­che Wahl­pro­gramm wird dann im De­zem­ber ver­ab­schie­det.

FOTO: DPA

Sven Leh­mann und Mo­na Neu­baur 2014 nach ih­rer Wahl als Lan­des­vor­sit­zen­de der Grü­nen.

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