Was Schul­ab­gän­ger jetzt wis­sen müs­sen

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - STE­PHAN LÜ­KE FASS­TE DIE ANT­WOR­TEN ZU­SAM­MEN. MEHR UN­TER WWW.RP-ON­LI­NE.DE/BE­RUFS­WAHL

Wie geht es nach dem Ab­schluss wei­ter? Vier Ex­per­ten ha­ben Le­ser­fra­gen be­ant­wor­tet. Wir do­ku­men­tie­ren die wich­tigs­ten Rat­schlä­ge.

Wor­auf muss ich bei ei­ner On­lin­e­Be­wer­bung im Ver­gleich zu ei­ner her­kömm­li­chen Be­wer­bung ach­ten? ANT­WORT Her­kömm­li­che Be­wer­bung und On­li­ne-Be­wer­bung un­ter­schei­den sich kaum. Be­wer­bun­gen soll­ten ein gut for­mu­lier­tes An­schrei­ben ha­ben, das die ei­ge­nen Stär­ken mit den An­for­de­run­gen ver­knüpft, und ei­nen aus­sa­ge­fä­hi­gen Le­bens­lauf, ver­bun­den mit den not­wen­di­gen An­hän­gen. Dar­aus soll­te auch her­vor­ge­hen, dass sich ein Be­wer­ber mit den rich­ti­gen Kom­pe­ten­zen be­wor­ben und mit dem Un­ter­neh­men be­schäf­tigt hat. Der Be­wer­ber soll­te auf Voll­stän­dig­keit und ei­ne ver­nünf­ti­ge Be­nen­nung der Upload-Do­ku­men­te ach­ten so­wie al­le Vor­ab-Fra­gen be­ant­wor­ten. Ich muss im Be­trieb oft Über­stun­den ma­chen. Wel­che Rech­te ha­be ich als Aus­zu­bil­den­der? ANT­WORT Azu­bis ha­ben vie­le Rech­te – aber eben auch Pflich­ten. Über- st­un­den sind in der Aus­bil­dung ei­gent­lich nicht vor­ge­se­hen, da die Azu­bis im Be­trieb sind, um ih­ren Be­ruf zu ler­nen, und da­zu reicht die ver­trag­lich fest­ge­leg­te Aus­bil­dungs­zeit. Wenn Über­stun­den ge­leis­tet wer­den, müs­sen die Re­ge­lun­gen des Ju­gend­ar­beits­schutz­ge­set­zes und des Ar­beits­zeit­ge­set­zes ein­ge­hal­ten wer­den. Bei wei­te­ren Fra­gen emp­feh­le ich www.dr-azu­bi.de. Wie fin­de ich mein Part­ner­un­ter­neh­men für das dua­le Stu­di­um? ANT­WORT Die Eu­ro­päi­sche Fach­hoch­schu­le zum Bei­spiel ver­fügt mitt­ler­wei­le über mehr als 600 Part­ner­un­ter­neh­men aus der Wirt­schaft. Um das pas­sen­de Un­ter­neh­men zu fin­den, ste­hen Ih­nen die Mit­ar­bei­ter un­se­rer Ab­tei­lung Un­ter­neh­mens­ko­ope­ra­tio­nen zur Sei­te. Dies be­inhal­tet so­wohl ein Be­wer­ber­trai­ning, ei­nen Re­cher­che­work­shop als auch ein per­sön­li­ches Coa­ching. Die Be­treu­ung und Un- ter­stüt­zung läuft von der Be­wer­bung bis zum Be­ginn des Stu­di­ums und dar­über hin­aus. Wie kann ich als Mut­ter mein Kind bei der Be­rufs­wahl be­glei­ten? ANT­WORT Ste­hen Sie zu Ih­ren Er­war­tun­gen und Wün­schen. Na­tür­lich ha­ben El­tern Vor­stel­lun­gen, was aus ih­rem Kind ein­mal wer­den könn­te oder soll­te. Und na­tür­lich wün­schen sie sich nur „das Bes­te“für den Nach­wuchs. Bes­ser be­wusst und of­fen da­mit um­ge­hen als ver­leug­nen – das klappt oh­ne­hin nicht. Die Wün­sche und „Träu­me­rei­en“Ih­res Kin­des sind wert­vol­ler In­put. Las­sen Sie auch „ab­we­gi­ge“Ide­en zu, an­statt sie di­rekt zu kri­ti­sie­ren – da­hin­ter ver­ber­gen sich oft die wich­tigs­ten Mo­ti­ve für die Be­rufs­wahl. Sei­en Sie „up to da­te”. In­for­mie­ren Sie sich über die ak­tu­el­le Aus­bil­dungs- und Stu­di­en­land­schaft und die Zu­kunfts­chan­cen für Ihr Kind. Ak­tu­el­le In­fos er­hal­ten Sie zum Bei­spiel auf der Mes­se „Be­ru­fe live“am 29./30. April in Düs­sel­dorf. Mein Sohn steht kurz vor ei­nem schlech­ten Haupt­schul­ab­schluss oh­ne je­de An­schluss­per­spek­ti­ve. Wie kann die Be­rufs­be­ra­tung hel­fen? ANT­WORT So­fern noch nicht ge­sche­hen, soll­ten Sie ei­nen Ter­min in der Be­rufs­be­ra­tung ver­ein­ba­ren. Au­ßer über Aus­bil­dungs­chan­cen kann hier auch über ei­ne „Be­rufs­vor­be­rei­ten­de Bil­dungs­maß­nah­me“nach­ge­dacht wer­den, die die Aus­bil­dungs­chan­cen deut­lich er­höht. Wor­auf ach­tet ein Aus­bil­dungs­be­trieb stär­ker – auf fach­li­che (No­ten­durch­schnitt) oder so­zia­le Kom­pe­ten­zen (Pünkt­lich­keit, Freund­lich­keit, Zu­ver­läs­sig­keit)? ANT­WORT Bei­des ist wich­tig, auf bei­des wird ge­ach­tet. Be­trie­be möch­ten im­mer den Men­schen hin­ter dem Pro­fil ken­nen­ler­nen und schau­en des­halb die ge­sam­te Per­sön­lich­keit an. Wel­che Schwer­punk­te hat der Be­wer­ber ge­legt? Was sind sei­ne In­ter­es­sen? Hat er auch mal über den Tel­ler­rand hin­aus ge­schaut, et­wa durch au­ßer­schu­li­sches En­ga­ge­ment? Hier zeigt sich, ob je­mand be­geis­te­rungs­fä­hig ist und sich en­ga­giert. Das sind die Aus­zu­bil­den­den, die ge­sucht wer­den. Ne­ben fach­li­chen Qua­li­fi­ka­tio­nen zäh­len da­her vor al­lem Ei­gen­in­itia­ti­ve, Kom­mu­ni­ka­ti­ons­fä­hig­keit und die Be­reit­schaft, et­was zu ler­nen. Ist es sinn­voll, nach der Mitt­le­ren Rei­fe ei­ne Be­rufs­schu­le mit dem Ziel der Fach­hoch­schul­rei­fe zu be­su­chen? ANT­WORT Das hängt von der Per­spek­ti­ve ab. Oft ist es sinn­voll, zwei­glei­sig zu fah­ren. Man soll­te sich um ei­ne Aus­bil­dung be­mü­hen und sich als Plan B an ei­ner Schu­le an­mel­den.

FOTO: HANS-JÜR­GEN BAU­ER

Ex­per­ten am Te­le­fon (v.l.): Da­vid Win­kel­mann (Eu­ro­päi­sche Fach­hoch­schu­le), Hein­rich Till­mann (Ar­beits­agen­tur), Lo­ert de Rie­se-Mey­er (Hen­kel). De­nis Buss (Schü­ler­be­ra­ter, Ein­stieg) war aus Köln zu­ge­schal­tet.

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