Kanz­le­rin lobt Nie­der­lan­de

Rheinische Post Goch - - POLITIK - VON PHIL­IPP JA­COBS

Mer­kel zeigt sich in Eind­ho­ven un­be­ein­druckt von der EU-Skep­sis der Nach­barn.

EIND­HO­VEN Für Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel war es in Eind­ho­ven fast ein Heim­spiel. Deutsch­land und die Nie­der­lan­de sind so eng be­freun­det, dass man sich wun­dert, war­um es erst die zwei­ten ge­mein­sa­men Re­gie­rungs­kon­sul­ta­tio­nen wa­ren. Die ers­ten ha­ben 2013 in Kle­ve statt­ge­fun­den. Im Re­gen sag­te Mer­kel da­mals, ein sol­ches Tref­fen sei längst über­fäl­lig ge­we­sen. Ges­tern, drei Jah­re spä­ter, dank­te sie im High Tech Cam­pus am Rand von Eind­ho­ven den Nie­der­lan­den, die der­zeit die EU-Rats­prä­si­dent­schaft in­ne­ha­ben, be­son­ders für ihr En­ga­ge­ment für Eu­ro­pa.

Doch nicht nur po­li­tisch, son­dern auch wirt­schaft­lich flo­riert die Be­zie­hung der bei­den Län­der. Der Um­fang des bi­la­te­ra­len Han­dels be­trug zu­letzt rund 168 Mil­li­ar­den Eu­ro. Die Nie­der­lan­de sind da­mit Deutsch­lands zweit­wich­tigs­ter Han­dels­part­ner in Eu­ro­pa nach Frank­reich.

Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen in der glück­li­chen Be­zie­hung könn­te der­weil die neu ent­deck­te Vor­lie­be der Nie­der­lan­de für Re­fe­ren­den sein. Dem As­so­zi­ie­rungs­ab­kom­men zwi­schen der EU und der Ukrai­ne er-

An­ge­la Mer­kel teil­te die Be­völ­ke­rung vor we­ni­gen Wo­chen be­reits ei­ne Ab­sa­ge. Nun sam­meln Initia­ti­ven flei­ßig Un­ter­schrif­ten ge­gen das trans­at­lan­ti­sche Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP, das zwi­schen der EU und den USA aus­ge­han­delt wird. Ei­ne An­ti-EU-Stim­mung ist in den Nie­der­lan­den kaum noch zu über­se­hen. In den ver­gan- ge­nen Wo­chen las man gar das Wort „Ne­xit“in den Zei­tun­gen – an­ge­lehnt an den mög­li­chen Aus­tritt der Bri­ten aus der EU, den „Br­ex­it“. Mer­kel sag­te da­zu: „Ich bin da­von über­zeugt, dass die nie­der­län­di­sche Re­gie­rung den Aus­gang des Re­fe­ren­dums rich­tig wer­ten wird. Da­zu be­darf es kei­ner deut­schen Kom­men­ta­re.“

Auch der Fall Böh­mer­mann tauch­te wie­der auf. Ge­ra­de als Pre­mier Rut­te sei­ner „Freun­din An­ge­la“in Mid­del­burg im Sü­den der Nie­der­lan­de den „Four Free­doms Award“ver­lieh, kam die Nach­richt, das tür­ki­sche Kon­su­lat in Rot­ter­dam ha­be die Tür­ken in den Nie­der­lan­den da­zu auf­ge­ru­fen, Be­lei­di­gun­gen des tür­ki­schen Prä­si­den­ten Er­do­gan zu mel­den. „Ich bin sehr über­rascht“, kom­men­tier­te Pre­mier Rut­te die Meldung. „Es ist mir bis­her nicht deut­lich, was die tür­ki­sche Re­gie­rung mit die­ser Ak­ti­on be­zwe­cken will. Das ist kei­ne gu­te Sa­che.“

„Ich bin si­cher, dass die nie­der­län­di­sche Re­gie­rung das Re­fe­ren­dum rich­tig wer­ten wird“

Bun­des­kanz­le­rin

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