Grie­chen­lands Ver­schul­dung läuft aus dem Ru­der

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

AT­HEN (dpa) Im kri­sen­ge­schüt­tel­ten Grie­chen­land ist das Staats­de­fi­zit im ver­gan­ge­nen Jahr stark ge­stie­gen. Die Neu­ver­schul­dung be­trug 7,2 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung, wie die Sta­tis­tik­be­hör­de Eu­ro­s­tat mit­teil­te. Auch die De­fi­zit­sün­der Spa­ni­en und Por­tu­gal be­kom­men die Sa­nie­rung ih­rer Staats­fi­nan­zen nicht in den Griff.

At­hen konn­te im Vor­jahr noch ei­ne po­si­ti­ve Ent­wick­lung ver­mel­den und das De­fi­zit auf 3,5 Pro­zent drü­cken. Grie­chen­land ist seit 2010 auf Hilfs­zah­lun­gen an­ge­wie­sen. Der­zeit lau­fen Ver­hand­lun­gen zwi­schen Grie­chen­land und den Geld­ge­bern. Soll­te es zu kei­ner Ei­ni­gung kom­men, kann kein neu­es Geld aus dem Eu­ro-Ret­tungs­schirm ESM aus­ge­zahlt wer­den. Dem Land droht er­neut die Staats­plei­te.

Re­le­vant für die Geld­ge­ber ist vor al­lem der Pri­mär­sal­do, al­so der Über­schuss der Ein­nah­men über die Aus­ga­ben oh­ne Schul­den­dienst. Die­ser Wert ist laut ei­ner EU-Spre­che­rin we­sent­lich bes­ser als die Ziel­vor­ga­be. Bis­lang war mit ei­nem De­fi­zit von 0,25 Pro­zent ge­rech­net wor­den, nun wer­de ein Über­schuss von 0,7 Pro­zent er­war­tet. Die EU will im nächs­ten Mo­nat ent­schei­den, wie es mit den Kri­sen­län­dern wei­ter­geht.

Da­bei wird es auch um Spa­ni­en ge­hen. Madrid konn­te die Neu­ver­schul­dung 2015 zwar auf 5,1 Pro­zent der Wirt­schafts­leis­tung sen­ken nach 5,8 Pro­zent im Jahr zu­vor. Die EU war aber von 4,8 Pro­zent aus­ge­gan­gen. Die spa­ni­sche Re­gie­rung hat be­reits an­ge­kün­digt, dass sie es in die­sem Jahr nicht schaf­fen wird, die Maas­trich­ter De­fi­zit­gren­ze von drei Pro­zent wie­der ein­zu­hal­ten.

Auch Por­tu­gal blieb mit 4,4 Pro­zent (2014: 4,5 Pro­zent) et­was hin­ter den Er­war­tun­gen der EU zu­rück. Die Brüs­se­ler Be­hör­de pro­gnos­ti­zier­te 4,2 Pro­zent. Al­le 28 EU-Staa­ten ka­men im Schnitt auf ein De­fi­zit von 2,4 Pro­zent und la­gen da­mit un­ter der Maas­tricht-Mar­ke. Ei­ni­ge Staa­ten er­wirt­schaf­te­ten ei­nen Über­schuss, dar­un­ter ist ne­ben Lu­xem­burg (1,2 Pro­zent) auch Deutsch­land mit 0,7 Pro­zent.

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