„Pro­ble­ma­tik“

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - Hel­mut Pep­pe­len­bosch sen., Kle­ve Hel­mut Küp­pers Kle­ve

Es ist gut, dass sich der Na­bu mit den De­tails des Ar­ten­schutz­gut­ach­tens aus­ein­an­der set­zen will. Oh­ne in De­tails zu ge­hen, kann al­ler­dings je­der Bür­ger die Pro­ble­ma­tik, die ein Wind­park im Wald be­schert, er­ken­nen. Die­ser in Jahr­hun­der­ten ge­wach­se­ne Wald, Hei­mat vie­ler ge­schütz­ter Tier- und Pflan­zen­ar­ten, soll im Na­men des Na­tur­schut­zes für eben die­se schüt­zens­wer­te Na­tur ge­op­fert wer­den! Ha­ben die da­mit zu er­lan­gen­den Eu­ro­schei­ne die Sicht der Ge­mein­de­ver­wal­tung auf die rea­len Fol­gen be­hin­dert? Gibt es in der Ge­mar­kung Kra­nen­burg kei­ne wald­frei­en Stand­or­te, wo kei­ne ge­schütz­ten Tier- und Pflan­zen­ar­ten ver­nich­tet wer­den? Die Op­tik der Wind­rä­der über den Baum­kro­nen ist das kleins­te Übel, weil le­dig­lich op­tisch. Viel grö­ßer ist doch die Ver­nich­tung des Wal­des als Sau­er­stoff- und Trink­was­ser­lie­fe­rant! Oder irrt sich der Schrei­ber und die Be­für­wor­ter des Pro­jekts exis­tie­ren oh­ne die­se Stof­fe? Au­ßer­dem soll­te man die ge­ro­de­te und ver­fes­tig­te Flä­che von et­wa 250 000 Qua­drat­me­tern, die sich nach ge­plan­tem Rück­bau in et­wa 25 Jah­ren als In­dus­trie­bra­che dar­bie­tet, den be­trof­fe­nen zu­künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen er­klä­ren kön­nen! Auch soll­ten die In­ves­to­ren er­klä­ren kön­nen, wie sie ge­den­ken, die Hür­de Grund­ge­setz zu über­win­den. Heißt es doch da in Ar­ti­kel 20a: „Der Staat schützt auch in Ver­ant­wor­tung für die künf­ti­gen Ge­ne­ra­tio­nen die na­tür­li­chen Le­bens­grund­la­gen und die Tie­re im Rah­men der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Ord­nung durch die Ge­setz­ge­bung und nach Maß­ga­be von Ge­setz und Recht durch die voll­zie­hen­de Ge­walt und die Recht­spre­chung“. Soll hier mit vom In­ves­tor be­zahl­ten (Wes­sen Brot ich ess, des­sen Lied ich sing) „Gut­ach­ten“das Grund­ge­setz der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land aus­ge­he­belt wer­den? Au­ßer­dem wur­de die Wir­kung des In­fra­schalls auf die Le­be­we­sen der Um­ge­bung ( Pflan­zen, Tie­re, Men­schen) bis­her zu we­nig er­forscht. Man sieht al­so, mit ei­ni­gen in­vestor­freund­li­chen Gut­ach­ten ist es nicht ge­tan! Im Ge­den­ken an künf­ti­ge Ge­ne­ra­tio­nen ist zu hof­fen, daß die Ent­schei­dungs­trä­ger de­ren Be­las­tun­gen in Gren­zen hal­ten! Un­ser Sohn be­sucht seit 2 Jah­ren die Se­kun­dar­schu­le in Bed­bur­gHau. Er ist als För­der­schü­ler ein­ge­stuft. An­fangs wa­ren die ihn be­treu­en­den Leh­rer, ins­be­son­de­re die Klas­sen­leh­re­rin, noch sehr en­ga­giert. Die­ses hat mitt­ler­wei­le stark nach­ge­las­sen. Was je­doch al­le Schü­ler viel gra­vie­ren­der trifft ist die Tat­sa­che, dass von ei­ner Ganz­tags­schu­le schon lan­ge kei­ne Re­de mehr sein kann. Zu­nächst gab es drei Un­ter­richts­nach­mit­ta­ge, dann zwei und seit ei­ni­ger Zeit wird nur noch an ei­nem Nach­mit­tag un­ter­rich­tet. Trotz­dem wer­den die Klas­sen­ar­bei­ten nach Vor­ga­be ge­fer­tigt mit dem Er­geb­nis, dass die Fehl­zei­ten sich in den No­ten wi­der­spie­geln. Im Zeug­nis wur­de in ei­nem Haupt­fach bei un­se­rem Sohn die No­te „un­ge­nü­gend“ein­ge­tra­gen. Hier kann man zwei Schluss­fol­ge­run­gen zie­hen: Ent­we­der hat die Lehr­kraft es wäh­rend des ge­sam­ten Halb­jah­res nicht ge­schafft auch nur das ge­rings­te dem Schü­ler bei­zu­brin­gen oder der Schü­ler wur­de be­reits auf­ge­ge­ben. Nach Er­halt der Zeug­nis­se ha­be ich um ei­nen Zeug­nis­spie­gel ge­be­ten. Die­se Bit­te wur­de ab­ge­lehnt. Für mich sind die ak­tu­el­len zu ge­rin­gen An­mel­de­zah­len für die­se Schu­le nach­voll­zieh­bar.

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