Pan­nen­hil­fe für un­ter­wegs

Rheinische Post Goch - - ZUHAUSE IN KLEVE UND BEDBURG-HAU - VON BEA­TE WYGLENDA

Ei­nen Schlauch fli­cken zu kön­nen ge­hört zu den ele­men­ta­ren Fä­hig­kei­ten, die häu­fi­ge Fahr­rad­fah­rer be­herr­schen soll­ten. Denn der Plat­ten ist schnell pas­siert. Was man braucht und wie es geht, er­klärt die Rheinische Post.

KLE­VE/GOCH Gleich ob mit Moun­tain-, Ci­ty- oder Trek­king­bike un­ter­wegs, ei­nen plat­ten Rei­fen hat wohl schon je­der ge­habt. Be­son­ders är­ger­lich ist es, wenn der Schla­mas­sel un­ter­wegs pas­siert. Ei­ne Glas­scher­be oder ein Na­gel reicht oft schon aus und kaum, dass man so rich­tig auf Tou­ren ge­kom­men ist, nimmt der Fahr­spaß schon wie­der ein jä­hes En­de. Und doch ist ein Plat­ten auch beim Aus­flug kein Dra­ma. Die

Schlauch frei­le­gen Hier­für muss man mit dem Mon­tier­he­bel an ei­ner Stel­le un­ter den Man­tel ge­lan­gen. Dann wird der Rand des Man­tels mit dem He­bel rund­her­um ab­ge­ho­ben. Aber Vor­sicht: Spit­ze Ge­gen­stän­de wie Mes­ser als Werk­zeu­ger­satz kön­nen Schä­den ver­ur­sa­chen.

Klein­zeug An­schlie­ßend wer­den al­le Tei­le vom Ven­til ab­ge­schraubt. Es sind vier an der Zahl. Hi­er­nach kann der Schlauch vor­sich­tig von der Fel­ge ge­nom­men wer­den.

Wo ist das Loch? Da­heim wür­de man das Loch in ei­ner Schüs­sel voll Was­ser aus­fin­dig ma­chen. Un­ter­wegs muss man sich auf sei­ne Sin­ne ver­las­sen: „Da­für wird der Schlauch auf­ge­pumpt, so dass man hört, wo die Luft aus­tritt. Ist das Loch sehr klein, hilft es, den Schlauch nah am Ge­sicht zu hal­ten und den Luft­zug zu er­füh­len“, sagt Brö­ck­er­hoff.

Raue Me­tho­de Ist das Loch ge­fun­den, kommt das Flick­set zum Ein­satz. „Solch ein Pa­ket soll­te im­mer mit­ge­führt wer­den. Es ist klein, nicht teuer und ent­hält al­les, was man zum Fli­cken braucht“, er­klärt der Zwei­rad­me­cha­ni­ker. In­be­grif- fen ist auch ein Stück Schmier­gel­pa­pier. Mit die­sem muss die Schad­stel­le groß­flä­chig an­ge­raut wer­den.

Kle­ber Eben­falls im Flick­set ent­hal­ten ist Kle­ber. Die­ser wird nun um das Loch her­um dünn auf­ge­tra­gen. „Der Kle­ber soll­te re­gel­mä­ßig aus­ge­tauscht wer­den, da er mit der Zeit ein­trock­net. Ge­ra­de wenn die Tu­be schon mal ge­öff­net wur­de, ist es rat­sam, den Zu­stand al­le zwei Mo­na­te zu prü­fen“, so Brö­ck­er­hoff.

Fli­cken Nach paar Mi­nu­ten War­te­zeit – der Kle­ber muss an­zie­hen – kann ein für das Loch pas­sen­der Fli- cken drauf. In der Pa­ckung sind ver­schie­de­ne Grö­ßen. Dann sind wie­der fünf Mi­nu­ten Ge­duld ge­bo­ten.

End­mon­ta­ge Das Ven­til muss durch das Loch in der Fel­ge ge­steckt und der leicht in Form auf­ge­pump­te Schlauch rund­her­um un­ter den Man­tel ge­drückt wer­den. Da­nach kann man den Man­tel wie­der auf die Fel­ge he­ben und den Rei­fen hand­stramm auf­pum­pen. Brö­ck­er­hoff: „Da meist nur ei­ne klei­ne Luft­pum­pe mit ge­rin­ger Druck­leis­tung mit­ge­führt wird, soll­te man zu Hau­se noch­mals mit ei­ner Pum­pe mit Ma­no­me­ter ran, um die er­for­der­li­chen 4,5 bis sechs bar zu er­rei­chen.“

Al­ter­na­ti­ven Statt den de­fek­ten Schlauch zu fli­cken, lässt sich auch ein so­ge­nann­ter End­los­schlauch an­brin­gen. Vor­teil: Der hilft auch, wenn der Schlauch ge­platzt ist, und „man braucht nicht viel tech­ni­sches Ver­ständ­nis da­für“, so der Fach­mann. Ge­ra­de beim Hin­ter­rad, der für die Re­pa­ra­tur sonst ab­mon­tiert wer­den muss, ist da­mit ein Schlauch­wech­sel oh­ne Ab­bau mög­lich. Der de­fek­te Schlauch wird da­bei durch­trennt und von der Fel­ge ge­zo­gen und der zwei­en­di­ge End­los­schlauch ein­fach durch Dre­hen des Ra­des auf die Fel­ge ge­spannt. Schaum­sprays da­ge­gen hel­fen nur bei klei­nen Lö­chern und sind kei­ne dau­er­haf­te Lö­sung. Da­heim muss der Schlauch aus­ge­tauscht wer­den.

Vor­sor­ge Es gibt Pan­nen­schut­zRei­fen mit ein­ge­ar­bei­te­ter Kaut­schu­k­ein­la­ge, die zu­min­dest klei­nen Schad­ge­gen­stän­den wie Nä­geln stand­hal­ten. Auch re­gel­mä­ßi­ge In­spek­tio­nen schüt­zen vor Pan­nen.

RP-FOTO: GOTTFRIED EVERS

Der End­los­schlauch, wie ihn Fahr­rad­fach­händ­ler Car­lo Lör­per in den Hän­den hält, hat er zwei En­den, so dass er oh­ne Rad­aus­bau leicht auf die Fel­ge ge­spannt wer­den kann. Rechts: Mit­ar­bei­ter Jörg Wehl.

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