Po­wer To The Pi­po im Cof­fee­hou­se

Rheinische Post Goch - - LOKALE KULTUR - BERT KEIM

Die Kle­ver Jazz­freun­de hat­ten ei­ne aus­ge­wie­se­ne Funk­band zu Gast. Über den Rhythm and Blues mit dem Jazz ver­wandt, führt der Funk bei Pu­ris­ten zu er­heb­li­chem Na­se­rümp­fen. Hin­ge­wie­sen wird in die­sem Zu­sam­men­hang auf ei­ne ge­wis­se rhyth­mi­sche Mo­no­to­nie bei ein­fa­cher Me­lo­die­füh­rung. Die hol­län­di­sche Band „Po­wer to the Pi­po“ver­mied mit Hil­fe von ge­schickt durchar­ran­gier­ten The­men al­le mög­li­chen Kri­tik­punk­te und stell­te fet­zi­gen Pas­sa­gen stets ru­hi­ge­res Fahr­was­ser ent­ge­gen.

Dreh- und An­gel­punkt der äu­ßerst syn­chron ar­bei­ten­den Rhyth­mus­grup­pe war Luc Pust­jens am EBass. Mit viel Elan und enor­mer Fin­ger­fer­tig­keit trieb er die Band vor­an, so sehr, dass Drum­mer Roy Moo­nen sich ne­ben ei­nem mar­kan­ten Grund­beat auf leicht­fü­ßig da­her kom­men­de Fill-ins be­schrän­ken konn­te. Ab­ge­run­det wur­de das Ge­sche­hen durch den E-Gi­tar­ris­ten Vir­gil Re­ri­mas­sie, der als Har­mo­ni­en­ge­ber wie als So­list un­ter­wegs war. An Dy­na­mik über­traf ihn al­lein der mit Hin­ga­be auf­spie­len­de Te­nor-Sa­xo­fo­nist Mi­chiel Son­ne­vi­jl­le. Sei­ne sich im­mer wei­ter, fast in ei­nen Rausch hin­ein stei­gern­den So­li fan­den viel Bei­fall. Nicht sel­ten wur­de der Sa­xo­fon-Sound da­bei durch Ein­satz ei­ner Black Box ver­frem­det oder ge­dop­pelt. Mit eben die­ser Me­tho­de ver­sah er auch die So­li des Gi­tar­ris­ten mit wohl­klin­gen­den Back­ground-Riffs.

Von An­fang an ließ sich das Pu­bli­kum von der Po­wer der vier Mu­si­ker an­ste­cken. Kaum ein Kopf, der nicht zum sat­ten Rhyth­mus nick­te; kaum ein Fuß, der still hal­ten konn­te: Ei­ni­ge we­ni­ge Gäs­te tanz­ten so­lo durch die Gän­ge. So ver­brach­ten die Kle­ver Jazz­freun­de – Pu­ris­ten oder nicht – ei­nen höchst ver­gnüg­li­chen Mu­sik­abend.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.