Fotos, die Le­bens­ge­schich­ten er­zäh­len

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM - VON BIANCA MOKWA

Im Pe­trus­heim Weeze be- tei­li­gen sich Be­woh­ner am Fo­to­pro­jekt „’ne Mi­nu­te & ein Le­ben“. Die Por­träts der star­ken Per­sön­lich­kei­ten hän­gen für die Aus­stel­lung. Ein Tref­fen mit den „Mo­dels“.

GOCH/WEEZE Als Nor­bert Zi­gel­ski von dem Fo­to­pro­jekt hör­te, war ihm di­rekt klar: Da macht er mit. „Da kann ich den Leu­ten zei­gen, wie ich wirk­lich bin“, sagt Zi­gel­ski. Wie ist er denn? Zi­gel­ski at­met tief durch. „Ich bin ein ganz un­kom­pli­zier­ter Mensch, der je­dem Men­schen Re­spekt zei­gen will.“Auf sei­nem Por­trät­fo­to ist ein selbst­be­wuss­ter Mann zu se­hen, der die Ar­me ver­schränkt hat und ge­ra­de­wegs in die Ka­me­ra blickt, oder dem Be­trach­ter in die Au­gen.

„Wir woll­ten ei­ne Zu­sam­men­ar­beit schaf­fen, da­mit je­der sich ein­brin­gen kann“

Clau­dio Garo­fa­lo

Fo­to­graf

Ganz ehr­lich, wä­re die­ses Fo­to­pro­jekt nicht zu­stan­de ge­kom­men, hät­te es die­ses Ge­spräch nicht ge­ge­ben. Fo­to­mo­del­le sind sechs Be­woh­ner des Pe­trus­heims, ei­ner Ein­rich­tung für Men­schen, die hilfs­be­dürf­tig sind und ein Ob­dach brau­chen. Al­ko­hol, De­pres­si­on nennt Zi­gel­ski sei­nen Grund, war­um das Pe­trus­heim sein Zu­hau­se wur­de. Er geht den Flur ein Stück wei­ter hoch. Dort hängt ein wei­te­res Foto von ihm. „Hier bin ich, wie ich leib und le­be“, sagt er. Auf der Fo­to­gra­fie sitzt er in ei­nem Ses­sel, hat Kopf­hö­rer auf und bläst ei­nen Rauch­krin­gel in die Luft. Er ist 65 Jah­re alt. Im Pe­trus­heim wohnt er nicht mehr. In den an­dert­halb Jah­ren, die das Fo­to­pro­jekt brauch­te, ist viel pas­siert. Zi­gel­ski wohnt in ei­nem Wohnheim, will „tro­cken“le­ben.

Die Fo­to­gra­fen Tim Arnt­zen und Clau­dio Garo­fa­lo ha­ben die Ent­wick­lung im Le­ben ih­rer Mo­del­le mit­er­lebt. Ein Kon­zept ha­be es nicht wirk­lich ge­ge­ben, sagt Garo­fa­lo über das Fo­to­pro­jekt „’ne Mi­nu­te und ein Le­ben“. „Wir woll­ten ei­ne Zu­sam­men­ar­beit schaf­fen, da­mit je­der sich ein­brin­gen kann“, lau­te­te die De­vi­se. „Es ist sim­pel, wie es ist, es ist schön, wie es ist“.

„Man ist ein biss­chen stolz auf sich“, sagt Aga­the Wierz­bi­cki. Ein Schlag­an­fall und ei­ne schwe­re Herz-OP pflas­ter­ten ih­ren Weg ins

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