Ös­ter­reich macht ernst mit Grenz­zaun am Bren­ner

Rheinische Post Goch - - VORDERSEITE -

INNS­BRUCK (dpa) Die Grenz­kon­trol­len am Bren­ner sol­len nach An­ga­ben der ös­ter­rei­chi­schen Be­hör­den ab­hän­gig von der Flücht­lings­be­we­gung be­gin­nen. Die Kon­trol­len an dem ös­ter­rei­chisch-ita­lie­ni­schen Grenz­über­gang könn­ten je­der­zeit star­ten, sag­te Lan­des­po­li­zei­di­rek­tor Hel­mut To­mac ges­tern. Au­ßer­dem wür­den Vor­be­rei­tun­gen für ei­nen 370 Me­ter lan­gen Zaun ge­trof­fen. Die Kon­trol­len wer­den den An­ga­ben zu­fol­ge so­wohl die Au­to­bahn wie die Bun­des­stra­ße be­tref­fen. Auch der Zug­ver­kehr wer­de in die Maß­nah­men ein­be­zo­gen.

Un­ter­des­sen hat Ös­ter­reich die Vor­aus­set­zun­gen für die Aus­ru­fung ei­nes „Not­stands“in der Flücht­lings­kri­se ge­schaf­fen. Als Fol­ge hät­ten Schutz­su­chen­de kaum mehr ei­ne Chan­ce auf Asyl. Das ist die Kon­se­quenz der No­vel­lie­rung des Asyl­rechts, die das ös­ter­rei­chi­sche Par­la­ment ges­tern be­schlos­sen hat. Der „Not­stand“wird de­fi­niert als Ge­fähr­dung der öf­fent­li­chen Ord­nung und in­ne­ren Si­cher­heit. Ein ent­spre­chen­der Be­schluss der Re­gie­rung muss vom Par­la­ment er­neut ge­bil­ligt wer­den.

In die­sem Fall wür­den nur noch Asyl­an­trä­ge be­stimm­ter Flücht­lin­ge an­ge­nom­men. Dar­un­ter Men­schen, die in Ös­ter­reich en­ge Ver­wand­te ha­ben, un­be­glei­te­te Min­der­jäh­ri­ge und Frau­en mit Klein­kin­dern. Al­le an­de­ren wür­den ab­ge­scho­ben. Ein sol­cher „Not­stand“ist zu­nächst auf sechs Mo­na­te be­grenzt, kann aber auf bis zu zwei Jah­re ver­län­gert wer­den.

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