Merz: „TTIP si­chert Wohl­stand“

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON M. BRÖ­CKER UND S. WEI­GEL

Der Vor­sit­zen­de der At­lan­tik-Brü­cke hält ei­nen Ab­schluss 2016 für mög­lich.

DÜS­SEL­DORF Der Vor­sit­zen­de des deutsch-ame­ri­ka­ni­schen Netz­werks At­lan­tik­brü­cke, Fried­rich Merz, hat sich nach dem Be­such von US-Prä­si­dent Ba­rack Oba­ma zu­ver­sicht­lich ge­zeigt, dass das Frei­han­dels­ab­kom­men TTIP 2016 ab­ge­schlos­sen wird. „Die Chan­ce ist da, und es war gut, dass sich die Kanz­le­rin und der USPrä­si­dent so deut­lich und klar für das Ab­kom­men aus­ge­spro­chen ha­ben“, sag­te Merz ges­tern bei ei­nem Be­such un­se­rer Zen­tral­re­dak­ti­on. „Al­le Ar­gu­men­te sind auf dem Tisch. Es wird Zeit, dass nun bald ent­schie­den wird und ein Ver­trags­text öf­fent­lich ge­macht wird“, sag­te Merz

Zu den Vor­wür­fen, die Ver­trä­ge wür­den im Ge­hei­men zwi­schen der EU-Kom­mis­si­on und der US-Ad­mi­nis­tra­ti­on ver­han­delt, sag­te Merz: „Es gab si­cher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­pan­nen, aber man kann auch nicht er­war­ten, dass die EU-Kom­mis­si­on vor den Ver­hand­lun­gen mit den USA al­le De­tails und so­mit ih­re Ver­hand­lungs­li­ni­en of­fen­legt.“Er sei sich si­cher, dass am En­de ein Ver­trag ste­he, der „die Stan­dards auf bei­den Sei­ten an­hebt und nicht ab­senkt“. Ge­rüch­te, das Frei­han­dels­ab­kom­men wür­de et­wa die Buch­preis­bin­dung ge­fähr­den oder ei­ne Pri­va­ti­sie­rung der deut­schen Stadt­wer­ke vor­se­hen, sei­en Un­sinn. „Das ist über­haupt nicht Be­stand­teil des Ver­trags.“Eu­ro­pa kön­ne sich ei­ner ver­stärk­ten wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­ar­beit mit den USA nicht ent­zie­hen, wenn es lang­fris­tig in der Welt­wirt­schaft ei­ne star­ke Rol­le spie­len und den Wohl­stand in Eu­ro­pa si­chern will. „Wir brau­chen das TTIP mehr als die USA.“

Der Wi­der­stand ge­gen das Ab­kom­men ist vor al­lem in Deutsch­land groß. Rund um den Oba­ma-Be­such hat­te es am Wo­che­n­en­de in Han­no­ver Pro­tes­te ge­ge­ben. Bei der größ­ten Ver­an­stal­tung wa­ren laut Po­li­zei et­wa 35.000 Men­schen auf die Stra­ßen ge­gan­gen. Die TTIP-Geg­ner be­fürch­ten auch, dass in­ter­na­tio­na­le Groß­kon­zer­ne noch mehr Macht be­kom­men könn­ten. Zum Bei­spiel, in­dem sie über TTIP das Recht er­hal­ten, vor pri­va­ten Schieds­ge­rich­ten ge­gen Staa­ten zu kla­gen. Die auf eu­ro­päi­scher Sei­te für die Ver­hand­lungs­füh­rung zu­stän­di­ge EU-Kom­mis­si­on er­ar­bei­te­te des­we­gen ex­tra ein Kon­zept für ei­ne Re­form des ak­tu­el­len Schieds­ge­richts­sys­tems. Es soll mehr nor­ma­len Ge­rich­ten ent­spre­chen – mit Rich­tern, die von den Staa­ten er­nannt wer­den.

FO­TO: ANDRE­AS BRETZ

Fried­rich Merz, Vor­sit­zen­der der At­lan­tik­brü­cke.

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