Die Hel­den von Les­bos

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

Die Grie­chen kön­nen es. Über 650.000 Men­schen sind auf der In­sel Les­bos ge­lan­det. Men­schen, die vor Bür­ger­krieg und Not in ih­ren Län­dern ge­flo­hen sind. Die Les­bier ha­ben ge­hol­fen, ob­wohl die Flücht­lin­ge so­wohl den Tou­ris­mus als auch den Brot­er­werb vie­ler Men­schen dort emp­find­lich ge­stört ha­ben. Gut, es wa­ren nicht al­le, aber ein gro­ßer Teil. Die­se Hil­fe ver­dient Re­spekt, vi­el­leicht so­gar den Frie­dens­no­bel­preis.

Jetzt wird die In­sel für die Hilfs­be­reit­schaft be­straft. Der Tou­ris­mus bleibt aus, ob­wohl längst auf­ge­räumt ist und sich die ver­blie­be­nen Flücht­lin­ge im ers­ten of­fi­zi­el­len Hot Spot der Eu­ro­päi­schen Uni­on auf­hal­ten. Das ist kein freund­li­cher Ort, aber er sorgt da­für, dass kei­ne wei­te­ren Flücht­lin­ge in gro­ßer Zahl kom­men.

Les­bos braucht des­halb un­se­re So­li­da­ri­tät. Die Men­schen ha­ben ge­zeigt, wo­hin Ei­gen­in­itia­ti­ve und Hilfs­be­reit­schaft füh­ren. Die In­sel ist so­mit auch ein Vor­bild für das kri­sen­ge­schüt­tel­te Grie­chen­land. Die Men­schen dort müs­sen sich ein­fach mehr zu­trau­en – wie die Les­bier. BE­RICHT

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