EU schickt Bun­des­re­gie­rung Mah­nung we­gen Pkw-Maut

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

BRÜS­SEL (dpa) Die EU-Kom­mis­si­on ver­langt bin­nen zwei Mo­na­ten Än­de­run­gen an der deut­schen Pk­wMaut. Wenn die Bun­des­re­gie­rung nicht ein­lenkt, könn­te die EU sie im nächs­ten Schritt vor dem Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hof (EuGH) ver­kla­gen. Die Maut dis­kri­mi­nie­re aus­län­di­sche Au­to­fah­rer in Deutsch­land. Die Kom­mis­si­on schick­te nun ein so ge­nann­tes „be­grün­de­tes Mahn­schrei­ben“nach Ber­lin.

Bun­des­ver­kehrs­mi­nis­ter Alex­an­der Do­brindt (CSU) gab sich op­ti­mis­tisch. „Wir sind ge­rüs­tet für die Aus­ein­an­der­set­zun­gen beim EuGH“, sag­te er. Je schnel­ler sie kom­me, des­to bes­ser. Der Mi­nis­ter er­war­tet, dass er vor Ge­richt siegt, zu­gleich warf er der Kom­mis­si­on ei­ne Ver­zö­ge­rungs­tak­tik vor.

Die Kom­mis­si­on sieht da­ge­gen in Do­brindts Maut ei­ne kla­re Be­nach­tei­li­gung aus­län­di­scher Au­to­fah­rer. Zwar müss­ten sie so­wohl In- als auch Aus­län­der zah­len. Doch nur in­län­di­sche Au­to­be­sit­zer sol­len bei der Kfz-Steu­er ent­las­tet wer­den – und zwar ge­nau in Hö­he ih­rer Maut. Die­ses Sys­tem lehnt Brüs­sel ab. Das Ge­setz ist be­reits be­schlos­sen, we­gen der Strei­tig­kei­ten aber noch nicht um­ge­setzt. Ent­las­tun­gen, die nicht mit der Na­tio­na­li­tät der Fah­rer be­grün­det sind, wä­ren hin­ge­gen mög­lich: So kön­ne et­wa die Um­welt­freund­lich­keit ei­ne Rol­le spie­len. Zu­läs­sig wä­re auch ei­ne stre­cken­ab­hän­gi­ge Maut.

Da die EU ähn­li­che Be­den­ken auch mit Blick auf die bri­ti­sche Lkw-Maut hat, er­öff­ne­te sie zu­dem ein Ver­fah­ren we­gen Ver­let­zung eu­ro­päi­schen Rechts ge­gen Lon­don. Die Re­ge­lun­gen zur 2014 ein­ge­führ­ten Last­wa­gen-Vi­g­net­te kön­ne aus­wär­ti­ge Spe­di­teu­re be­nach­tei­li­gen. Der Zeit­punkt ist hei­kel: Am 23. Ju­ni stim­men die Bri­ten über den Ver­bleib ih­res Lan­des in der EU ab.

Kurz vor Ab­stim­mung über den Br­ex­it geht die EU auch ge­gen

Bri­ten vor.

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