„Bild“-Zei­tung muss Ka­chel­mann we­ni­ger zah­len

Rheinische Post Goch - - FERNSEHEN -

KÖLN (dpa) Der Wet­ter­mo­de­ra­tor Jörg Ka­chel­mann muss sich of­fen­bar auf ei­ne ge­rin­ge­re Gel­dent­schä­di­gung von der „Bild“-Zei­tung ein­stel­len. Wäh­rend das Land­ge­richt Köln ihm in ers­ter In­stanz die Re­kord­sum­me von 635.000 Eu­ro zu­ge­spro­chen hat­te, er­wägt das Ober­lan­des­ge­richt (OLG) in Köln ei­ne Ent­schä­di­gung zwi­schen 395.000 und 415.000 Eu­ro. Das OLG traf ges­tern noch kei­ne Ent­schei­dung. Das Ur­teil gibt es erst am 23. Ju­ni. Bis da­hin wol­len die Rich­ter noch ei­ne „Ge­samt­ab­wä­gung“vor­neh­men. In dem Ver­fah­ren geht es um die Pro­zess­be­richt­er­stat­tung ver­schie­de­ner Sprin­ger-Ti­tel. Ka­chel­mann war 2011 vom Vor­wurf der Ver­ge­wal­ti­gung frei­ge­spro­chen wor­den.

Die Vor­sit­zen­de Rich­te­rin stell­te klar, es sei grund­sätz­lich zu­läs­sig, wenn Me­di­en über ei­nen Pro­zess ge­gen ei­nen Pro­mi­nen­ten be­rich­te­ten. Al­ler­dings müs­se dies mit der ge­bo­te­nen Zu­rück­hal­tung ge­sche­hen, bis zu ei­ner Ver­ur­tei­lung gel­te die Un­schulds­ver­mu­tung. Bei der „Bild“-Be­richt­er­stat­tung über den Ka­chel­mann-Pro­zess konn­te das Ober­lan­des­ge­richt kei­ne ziel­ge­rich­te­te Kam­pa­gne er­ken­nen. Al­ler­dings ha­be die Zei­tung mehr­fach die Gren­zen des Er­laub­ten über­schrit­ten und Ka­chel­manns Per­sön­lich­keits­rech­te schwer ver­letzt. Ka­chel­manns An­walt be­zeich­ne­te die an­ge­dach­te Ent­schä­di­gungs­sum­me als zu nied­rig. Ein Sprin­ger-An­walt warf Hö­cker da­ge­gen vor, er wol­le die Pres­se „auf ein amt­li­ches Ver­laut­ba­rungs­or­gan re­du­zie­ren“.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.