Je­der Dorf­po­li­zist soll zum Mi­ni-SEK wer­den

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON THO­MAS REISENER

Die Strei­fen­po­li­zei hat auch bis­lang nicht ta­ten­los zu­ge­se­hen, wenn Ge­walt­tä­ter Men­schen mit dem To­de be­dro­hen. Bei ei­ner güns­ti­gen Ge­le­gen­heit grif­fen auch nor­ma­le Be­am­te, die den Zu­griff nicht im jah­re­lan­gen Trai­ning ei­nes Spe­zi­al­ein­satz­kom­man­dos (SEK) ge­lernt ha­ben, in sol­chen La­gen ein.

Aber eben nur bei Ge­le­gen­heit. Das neue Kon­zept von In­nen­mi­nis­ter Ralf Jä­ger (SPD) sieht jetzt vor, dass Strei­fen­be­am­te Ex­trem-Tä­ter sys­te­ma­tisch aus­schal­ten. Er will sie zu dem Ver­such ver­pflich­ten. Das ist ei­ne völ­li­ge Neu­de­fi­ni­ti­on von „Strei­fen­dienst“. Da­mit wird je­der Dorf­po­li­zist zum po­ten­zi­el­len Mi­ni-SEK. Das passt so gar nicht zum bis­he­ri­gen Leit­bild der de­es­ka­lie­ren­den Po­li­zei.

Aber es gibt kaum Al­ter­na­ti­ven. Kriegs­er­fah­re­ne At­ten­tä­ter, die ex­trem ge­fähr­li­che Waf­fen be­sit­zen und mas­sen­haft und wahl­los in In­nen­städ­ten vor sich hin mor­den, wa­ren vor Paris un­denk­bar. Heu­te ist das die Rea­li­tät. Mit­ten in Eu­ro­pa. Dar­auf nicht mit neu­en Po­li­zei-Kon­zep­ten zu re­agie­ren, wä­re fahr­läs­sig. Sei­nen Job hat Jä­ger aber erst dann er­füllt, wenn er die Strei­fen auch ent­spre­chend aus­rüs­tet. Kon­zep­te kos­ten nicht viel. High­tech-Schutz­wes­ten und ef­fek­ti­ve Po­li­zei­waf­fen schon. BE­RICHT

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