Kar­ne­vals­zug fährt in den Mai

Rheinische Post Goch - - NORDRHEIN-WESTFALEN - VON LUTZ KÜP­PERS

In Gel­dern wird heu­te der we­gen Sturms ab­ge­sag­te Kar­ne­vals­zug nach­ge­holt.

GEL­DERN Im Gel­der­ner Orts­teil Har­te­feld geht es heu­te hoch her. Denn dort star­tet ab 15.11 Uhr der Kar­ne­vals­zug, der an Ro­sen­mon­tag we­gen ei­ner Sturm­war­nung aus Si­cher­heits­grün­den aus­ge­fal­len war. Weil mitt­ler­wei­le Früh­ling ist, heißt er nun Sam­ba­zug. „Klar, ein klas­si­scher Ro­sen­mon­tags­zug wä­re noch schö­ner“, sagt Prinz Klaus I, der ges­tern Abend noch mit El­fer­rat und der hei­mi­schen St.-An­to­ni­us-Bru­der­schaft, die das Groß­er­eig­nis ver­an­stal­tet, den Mai­baum ge­schmückt und vor der Dorf­knei­pe auf­ge­stellt hat.

In Har­te­feld ha­ben sie kei­ne Pro­ble­me mit dem Brauch­tums-Mix. „Es gab über­haupt kei­ne Kri­tik von Mit­glie­dern, dass wir den Ro­sen­mon­tags­zug in leicht ve­rän­der­ter Form jetzt nach­ho­len und mit dem Tanz in den Mai kom­bi­nie­ren“, er­klärt Win­fried Ri­nass. Der Bru­der­meis­ter der St.-An­to­ni­us-Schüt­zen muss es schließ­lich wis­sen: „Auch un­ser Pas­tor hat ge­sagt: Das mit dem Sam­ba-Zug könnt ihr ru­hig ma­chen.“Schließ­lich sei die Fas­ten­zeit ja auch vor­bei.

Wo­bei die Ab­sa­ge an Kar­ne­val, so trau­rig sie Prinz Klaus I. ge­stimmt hat, auch ih­re Vor­tei­le hat. „Denn für heu­te ha­ben sich ei­ni­ge Grup­pen an­ge­mel­det, die sonst an Ro­sen­mon­tag bei­spiels­wei­se auf ih­ren ei­ge­nen Zü­gen un­ter­wegs sind“, so De­gen­hardt. Vie­le Grup­pen hät­ten noch ihr Wurf­ma­te­ri­al ge­bun­kert, weil das Ver­falls­da­tum noch nicht über­schrit­ten ist. Die­sen Süß­kram soll es heu­te in Har­te­feld reg­nen. „Nur die Ro­sen, die da­mals ans Pu­bli­kum ver­teilt wer­den sol­len, die muss­ten wir neu be­sor­gen“, ver­rät der 56-Jäh­ri­ge, der als Pfle­ge­dienst­lei­ter im Go­cher Kran­ken­haus ar­bei­tet. Lo­gisch, dass da wie­der ein paar Eu­ro ex­tra fäl­lig wer­den. Ob­wohl die Kon­tak­te zu den nicht ge­ra­de we­ni­gen Gärt­ne­rei­en eng sind. Man kennt sich halt.

An­sons­ten be­ginnt heu­te Nach­mit­tag ei­ne Fahrt ins Un­ge­wis­se. „Wir wis­sen nicht, wie vie­le Leu­te zu un­se­rem Sam­ba-Zug kom­men. Wie vie­le sind au­ßer uns ver­klei­det?“, fragt sich Win­fried Ri­nass, der so­gar zu­sätz­lich ei­ne Sam­ba-Mu­sik­Grup­pe en­ga­giert hat, die die Dorf­stra­ße hoch- und run­ter­zieht. Für Tän­ze­rin­nen à la Rio reicht das Geld zwar nicht. Muss es auch nicht, fin­den sie. Dann lacht der Bru­der­meis­ter: „Ich weiß ja noch nicht ein­mal, was die in Bra­si­li­en den Je­cken zu­ru­fen.“Er und Prinz Klaus I. blei­ben heu­te je­den­falls beim He­lau, ehe abends noch in den Mai ge­tanzt wird. Na­tür­lich in der Dorf­knei­pe. Die mit dem Mai­baum da­vor.

FO­TO: VAN OFFERN

Prinz Klaus I. schmück­te ges­tern mit den Mai­baum.

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