Kräf­ti­ges Lohn­plus für öf­fent­li­chen Di­enst

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

POTSDAM (RP) Die Streik-Tak­tik von Frank Bsirs­ke ist auf­ge­gan­gen. Am zwei­ten Tag der drit­ten Ver­hand­lungs­run­de für den öf­fent­li­chen Di­enst ha­ben sich die Ver­hand­lungs­füh­rer in klei­ner Run­de auf ei­nen Ab­schluss ge­ei­nigt: Die Ge­häl­ter der 2,14 Mil­lio­nen Ta­rif­be­schäf­tig­ten bei Bund und Kom­mu­nen sol­len rück­wir­kend zum 1. März die­ses Jah­res um 2,4 Pro­zent und in ei­nem wei­te­ren Schritt zum 1. Fe­bru­ar 2017 um 2,35 Pro­zent stei­gen.

Um im Ar­beit­ge­ber­la­ger den nö­ti­gen Druck zu er­zeu­gen, hat­te der Chef der Di­enst­leis­tungs­ge­werk­schaft Ver­di zu­vor nach und nach die Dau­men­schrau­ben an­ge­zo­gen: Erst gab es ver­ein­zel­te Warn­streiks – „Na­del­sti­che“im Jar­gon der Ge­werk­schaft. Als die­se nichts be­weg­ten, über­zog Ver­di in die­ser Wo­che die Re­pu­blik mit Streiks von ei­nem an­de­ren Ka­li­ber: Der Nah­ver­kehr kam in vie­len Städ­ten zum Er­lie­gen, Ki­tas blie­ben ge­schlos­sen. Als dann auch noch die Flug­hä­fen be­streikt wur­den, wa­ren auch die letz­ten Zwei­fel an der Ent­schlos­sen­heit der Ge­werk­schaf­ter weg­ge­fegt.

Die Ar­beit­ge­ber wa­ren je­den­falls ges­tern sicht­lich dar­um be­müht, ih­ren Ei­ni­gungs­wil­len zu de­mons­trie­ren. Schon am Mor­gen hat­ten sich so­wohl der Prä­si­dent der Ver­ei­ni­gung der kom­mu­na­len Ar­beit­ge­ber­ver­bän­de, Tho­mas Böh­le, als auch Bun­des­in­nen­mi­nis­ter Tho­mas de Mai­ziè­re be­tont op­ti­mis­tisch ge- zeigt. Ei­ne Ei­ni­gung sei na­he. Am Nach­mit­tag si­cker­te aus den Sä­len in Potsdam durch, dass die Ar­beit­ge­ber ihr An­ge­bot deut­lich auf­ge­stockt hät­ten. Die zu­nächst ge­bo­te­nen drei Pro­zent ge­streckt über zwei Jah­re hat­ten die Ar­beit­neh­mer als viel zu nied­rig ab­ge­tan.

Für die Kom­mu­nen dürf­te der nun er­ziel­te Ab­schluss nicht ein­fach zu stem­men sein. Böh­le hat­te im Vor­feld er­klärt, ein Pro­zent­punkt Lohn­er­hö­hung ste­he für 900 Mil­lio- nen Eu­ro Mehr­kos­ten. Da­mit kom­men auf die Städ­te und Ge­mein­den rund 4,3 Mil­li­ar­den Eu­ro an Zu­satz­be­las­tung zu.

Nach­dem die Spit­zen­run­de ihr Ver­hand­lungs­er­geb­nis er­zielt hat­te, stimm­ten am spä­ten Abend auch die Ta­rif­kom­mis­sio­nen der Ge­werk­schaf­ten zu. Da­mit sind Streiks end­gül­tig vom Tisch. Frank Bsirs­ke kann sich al­so ent­spannt fei­ern las­sen mor­gen bei der Mai-Kund­ge­bung in Kre­feld.

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