Rat dis­ku­tier­te bis Mit­ter­nacht

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST -

Na­he­zu al­le Be­den­ken ge­gen Än­de­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans ab­ge­lehnt.

KRA­NEN­BURG (pe­ja) Die Rats­sit­zung in Kra­nen­burg, in der über die Ein­wän­de ge­gen die Än­de­rung des Flä­chen­nut­zungs­plans ab­ge­stimmt wur­de, dau­er­te mehr als sechs St­un­den (die RP be­rich­te­te). Die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker ma­chen es sich nicht leicht. Al­lein an ih­rer Mei­nung, wie sie dem Vor­ha­ben Wind­kraft im Reichs­wald ge­gen­über­ste­hen, hat sich nichts ge­än­dert. Der Rat steht nach wie vor mehr­heit­lich hin­ter dem Pro­jekt.

Im Vor­feld der Sit­zung hat­ten Bür­ger Ge­le­gen­heit Fra­gen oder ih­re Mei­nung zu dem The­ma zu äu­ßern. Ein Ar­gu­ment ge­gen die Pla­nun­gen war, dass die In­dus­trie­an­la­gen im Reichs­wald die To­ten­ru­he der dort ge­fal­le­nen Sol­da­ten stö­re, die noch im­mer nicht al­le ge­fun­den sei­en.

Der Kon­flikt zwi­schen Kli­ma- und Land­schafts­schutz wur­de eben­falls dis­ku­tiert. Die Fra­ge, ob der Kli­ma­schutz über dem der Land­schaft ste­he, be­ant­wor­te­te Bür­ger­meis­ter Gün­ter St­eins mit dem Hin­weis, dass die Ener­gie­wen­de in Ber­lin be­schlos­sen wur­de und man zu­dem im­mer be­trach­ten müs­se, um wel­che Land­schaft es sich hand­le, in die die Wind­kraft­an­la­gen ge­baut wür­den.

CDU-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­der Joa­chim Jan­ßen und SPD-Rats­mit­glied Jür­gen Fran­ken nutz­ten die Ge­le­gen­heit vor den mehr als 200 Zu­hö­rern noch ein­mal, ei­ne Grund­satz­re­de zu dem The­ma Wind­ener­gie zu hal­ten. Jan­ßen be­ton­te, dass es nicht dar­um ge­he, den Wald zu zer­stö­ren. Die Fol­gen, die von aus­lau­fen­den Ölen fürs Grund­was­ser, von bren­nen­den Kan­zeln oder um­stür­zen­den An­la­gen aus­gin­gen, sei­en über­schau­bar und kur­zer Zeit zu be­he­ben. Rats­mit­glie­dern und der Po­li­tik ge­he es kei­nes­falls al­lein ums Geld, so Jan­ßen.

Fran­ken ar­gu­men­tier­te mit dem Kli­ma­wan­del. Für ihn sei­en die Wind­rä­der kei­ne Ve­r­un­stal­tung des Land­schafts­bil­des, viel­mehr ge­hör­ten sie heut­zu­ta­ge da­zu. Auch ha­be die SPD den Bau von Wind­kraft­an­la­gen schon 2009 be­für­wor­tet, da­mals ha­be die CDU den ge­plan­ten Bau am Wald­rand in Fras­selt aus wahl­tak­ti­schen Grün­den strikt ab­ge­lehnt.

Im Mit­tel­punkt der Sit­zung stan­den die Ent­schei­dung des Rats zu den auf 607 Sei­ten for­mu­lier­ten Ein­wä­den von Bür­gern und den Trä­gern öf­fent­li­cher Be­lan­ge wie et­wa Nabu, Rhei­ni­scher Ver­ein für Denk­mal­pfle­ge oder Be­zirks­re­gie­rung. Die meis­ten Kri­tik­punk­te wur­den ab­ge­lehnt, ei­ni­ge zur Kennt­nis ge­nom­men. Be­grün­de­te Hin­wei­se sol­len im wei­te­ren Ver­fah­ren be­rück­sich­tigt wer­den.

Mit gro­ßer Mehr­heit wur­den die ein­ge­reich­ten Kri­tik­punk­te ab­ge­lehnt. Je­weils zwi­schen drei und vier Nein-Stim­men gab je­weils es zu ein­zel­nen Ein­wän­den. Die meis­ten ka­men da­bei aus Rei­hen der CDU.

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