Auf­grund der Nied­rig­zins­pha­se in­ves­tie­ren im­mer mehr Men­schen in Be­ton­gold. Be­son­ders be­liebt ist die deut­sche Küs­te.

Rheinische Post Goch - - KINDERSEITE - VON MAR­KUS WASCH

Häu­ser und Ei­gen­tums­woh­nun­gen ent­lang der Nord- und Ost­see­küs­te so­wie auf den In­seln Schles­wig-Hol­steins sind in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren deut­lich teu­rer ge­wor­den. Am stärks­ten stie­gen die Prei­se für Häu­ser auf der In­sel Am­rum. Als Al­ter­na­ti­ve zu den bes­ten La­gen wur­den Nach­bar­re­gio­nen mit güns­ti­ge­ren Im­mo­bi­li­en­prei­sen ver­mehrt nach­ge­fragt. Das hat ei­ne Stu­die der LBS Bau­spar­kas­se Schles­wig-Hol­stein-Hamburg mit dem Ham­bur­ger For­schungs­in­sti­tut F + B aus dem ver­gan­ge­nen Jahr er­ge­ben. Be­reits von 2011 bis 2013 wa­ren

Aye Hel­sig die Im­mo­bi­li­en­prei­se in den un­ter­such­ten Ge­bie­ten um bis zu 43 Pro­zent ge­stie­gen.

Die höchs­ten Prei­se für Ein­und Zwei­fa­mi­li­en­häu­ser zah­len In­ter­es­sen­ten ak­tu­ell auf den In­seln Sylt, Am­rum und Föhr. Spit­zen­rei­ter blei­ben die Syl­ter Ge­mein­den Kam­pen (18.793 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter) und Ran­tum (13.722 Eu­ro pro Qua­drat­me­ter). „An den re­le­van­ten Or­ten hat sich bei den Prei­sen für Be­stands­im­mo­bi­li­en zu­letzt we­nig ge­tan“, stellt Wolf­gang Ull­rich, Ge­schäfts­füh­rer der LBS Im­mo­bi­li­en Gm­bH Schles­wig-Hol­stein, fest. „Al­ler­dings gibt es in man­chen La­gen ei­nen deut­li­chen An­stieg, was dar­an liegt, dass der­zeit vie­le Neu­bau­pro­jek­te auf dem Markt sind.“

So hat zum Bei­spiel die Hel­ma Fe­ri­en­im­mo­bi­li­en Gm­bH am west­li­chen Rand des Ost­see-Re­sorts Ol­pe­n­itz, nur we­ni­ge Me­ter von der Ost­see und der Schlei­mün­dung ent­fernt, in zahl­rei­che groß­zü­gi­ge Dop­pel­häu­ser in­ves­tiert. Die Im­mo­bi­li­en im Nord­os­ten von Schles­wig-Hol­stein wer­den wie ei­ne klei­ne Sky­line von der Schlei­sei­te aus zu se­hen sein. Am west­li­chen Rand des Res­sorts sind zu­dem Vil­len ge­plant.

Die be­gehr­ten Fe­ri­en­häu­ser wer­den längst als An­la­ge­ob­jek­te ge­se­hen. „Auf­grund der Nied­rig­zins­pha­se weiß kei­ner so recht, wo­hin mit sei­nem Geld“, sagt Ull­rich von der LBS. Auch in Meck­len­burg-Vor­pom­mern wer­de mas­siv neu ge­baut, da vie­le ge­werb­li­che Kun­den auf dem Markt sei­en, die ihr Geld in­ves­tie­ren woll­ten. Das zeigt auch die jün­ge­re Ver­gan­gen­heit: Fast je­der drit­te heu­ti­ge Ei­gen­tü­mer (32,1 Pro­zent) hat sei­ne Fe­ri­en­im­mo­bi­lie in den ver­gan­ge­nen vier Jah­ren ge- kauft. das hat ei­ne Un­ter­su­chung des An­bie­ters „FeWo­di­rekt“er­ge­ben. „Hin­zu kommt, dass fast je­de zwei­te Fe­ri­en­im­mo­bi­lie heu­te in ih­rem Wert ge­stie­gen ist. Ins­be­son­de­re die Nach­fra­ge nach grö­ße­ren und hoch­wer­ti­ge­ren Ob­jek­ten auf dem Fe­ri­en­im­mo­bi­li­en­markt steigt“, sagt Aye Hel­sig, Regional Di­rec­tor bei „Fe­Wo-di­rekt“. Be­son­ders be­liebt sei die Küs­te. Laut dem Un­ter­neh­men be­fin­det sich je­de vier­te Fe­ri­en­im­mo­bi­lie an Nord- und Ost­see.

Die Brut­to­ren­di­te für Fe­ri­en­im­mo­bi­li­en in Deutsch­land liegt nach An­ga­ben von „Fe­Wo-di­rekt“bei durch­schnitt­lich 7,9 Pro­zent. Ge­ra­de in Deutsch­land loh­ne sich ak- tu­ell die In­ves­ti­ti­on in ei­ne Fe­ri­en­im­mo­bi­lie mit an­schlie­ßen­der Ver­mie­tung. Die höchs­ten Brut­to­ren­di­ten las­sen sich auf­grund der ver­gleichs­wei­se güns­ti­gen In­ves­ti­ti­ons­kos­ten der­zeit mit Fe­ri­en­im­mo­bi­li­en auf dem Ost­seeFest­land er­zie­len, heißt es. Hier sei­en brut­to bis zu zehn Pro­zent Ren­di­te mög­lich.

Trotz des An­la­ge­drucks „sind die Leu­te aber nicht mehr be­reit, je­den Preis zu zah­len“, sagt Ex­per­te Ull­rich. Statt­des­sen ge­be es ei­nen Über­lau­fef­fekt. Das zei­ge sich zum Bei­spiel auf Sylt. Vie­le In­ter­es­sen­ten wol­len die ver­gleichs­wei­se ho­hen Kauf­prei­se dort nicht mehr zah­len und wei­chen des­halb auf die In­seln Am­rum und Föhr aus. „Oder die Leu­te fah­ren ein­fach et­was wei­ter bis zum Strand, be­kom­men da­für aber auch ver­tret­ba­re An­ge­bo­te für Im­mo­bi­li­en“, er­läu­tert Ull­rich.

Wie sich die Prei­se in Zu­kunft ent­wi­ckeln, hängt laut Ull­rich vom Zins­ni­veau ab. „Stei­gen die Zin­sen, wird es mehr Ob­jek­te auf dem Markt ge­ben, und die Prei­se fal­len wie­der.“An­de­rer­seits dürf­ten die zahl­rei­chen Neu­bau­pro­jek­te für ei­nen wei­te­ren mo­de­ra­ten Preis­an­stieg in na­her Zu­kunft sor­gen.

„Fast je­de zwei­te Fe­ri­en­im­mo­bi­lie ist in ih­rem Wert

ge­stie­gen“

„Fe­Wo-di­rekt“

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Ne­ben der La­ge kommt es auch auf den Zu­stand der Im­mo­bi­lie an. Ist die­ser zu schlecht, wird lie­ber neu ge­baut statt zu sa­nie­ren.

Auf Sylt, Föhr und Am­rum sind die Im­mo­bi­li­en­prei­se am höchs­ten. An­sons­ten gibt es ent­lang der Küs­te deut­li­che Un­ter­schie­de.

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Ru­he und Ab­ge­schie­den­heit su­chen vie­le Be­sit­zer von Fe­ri­en­häu­sern an der Nord- und Ost­see – wie zum Bei­spiel auf der In­sel Lan­geoog.

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