Eu­ro­pas Wirt­schaft setzt ih­ren Auf­wärts­trend fort

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT -

LU­XEM­BURG (dpa) Un­ge­ach­tet po­li­ti­scher Un­si­cher­hei­ten durch den Br­ex­it und die Po­li­tik von US-Prä­si­dent Do­nald Trump setzt die Eu­roWirt­schaft ih­ren Er­ho­lungs­kurs fort. Im zwei­ten Quar­tal sei das Brut­to­in­lands­pro­dukt (BIP) in den 19 Län­dern des Wäh­rungs­raums um 0,6 Pro­zent zum Vor­quar­tal ge­wach­sen, teil­te das eu­ro­päi­sche Sta­tis­tik­amt Eu­ro­s­tat nach ei­ner ers­ten Schät­zung mit. Ex­per­ten se­hen ei­ne schnel­le Ge­ne­sung nach Jah­ren der Kri­se. Das Zug­pferd Deutsch­land könn­te so­gar noch für ei­nen zu­sätz­li­chen Schub sor­gen. Im Jah­res­ver­gleich leg­te das BIP um 2,1 Pro­zent zu. Ein­zi­ger Wer­muts­trop­fen: Das Wachs­tum des ers­ten Quar­tals wur­de von zu­nächst ge­schätz­ten 0,6 auf 0,5 Pro­zent nach un­ten kor­ri­giert.

Nach lan­ger Durst­stre­cke wäh­rend der Kri­sen­jah­re ist die Eu­roWirt­schaft seit Mit­te 2013 wie­der mehr oder we­ni­ger stark auf Wachs­tums­kurs. „Wäh­rend der Wäh­rungs­raum noch bis vor kur­zem als kran­ker Mann galt, kommt die Ge­ne­sung er­staun­lich schnell vor­an“, sag­te Tho­mas Git­zel, Chef­volks­wirt bei der VP Bank. Die Ar­beits­lo­sig­keit ist so nied­rig wie seit mehr als acht Jah­ren nicht, und die Stim­mung in der Wirt­schaft so gut wie zu­letzt vor Aus­bruch der welt­wei­ten Fi­nanz­kri­se.

Das wirt­schaft­li­che Come­back hat zu­letzt dem Eu­ro star­ken Auf­trieb ge­ge­ben und ihn auf den höchs­ten Stand seit An­fang 2015 ge­trie­ben. Da­bei spielt ne­ben dem Po­lit-Cha­os in den USA auch die Er­war­tung an den Fi­nanz­märk­ten ei­ne Rol­le, dass die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) bald von ih­rer ex­trem lo­cke­ren Geld­po­li­tik mit Nied­rig­zin­sen und mil­li­ar­den­schwe­ren Wert­pa­pier­käu­fen ab­wei- chen könn­te. Denn ei­gent­lich ist das ei­ne Art Not­hil­fe für die Wirt­schaft in Kri­sen­zei­ten.

Noch nicht in den ak­tu­el­len Wachs­tums­zah­len ent­hal­ten sind die BIP-Da­ten für das zwei­te Quar­tal aus Deutsch­land, die erst Mit­te Au­gust ver­öf­fent­licht wer­den. Ex­per­ten rech­nen mit ei­ner po­si­ti­ven Ent­wick­lung, was so­gar noch zu ei­ner Kor­rek­tur des Eu­ro-Wachs­tums nach oben füh­ren könn­te.

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