Schwe­re Gaf­fer-Vor­fäl­le in Deutsch­land

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS -

Ba­den-Ba­den Ein sui­zid­ge­fähr­de­ter Mann droh­te am Mon­tag, sich von ei­nem Ho­tel­dach zu stür­zen. An­statt zu helfen, for­der­ten Schau­lus­ti­ge den Mann zum Sprung in die Tie­fe auf und film­ten das Ge­sche­hen mit ih­ren Smart­pho­nes. Die Po­li­zei sprach von „be­schä­men­den Sze­nen“. Ei­ne An­zei­ge ha­ben die Gaf­fer aber wohl nicht zu be­fürch­ten, da ihr Ver­hal­ten nicht straf­bar war. Duis­burg Im Mai 2017 stieß ei­ne Stra­ßen­bahn mit ei­nem Au­to zu­sam­men, der Fah­rer muss­te von der Feu­er­wehr aus sei­nem Au­to be­freit wer­den. Rund 300 Schau­lus­ti­ge be­hin­der­ten die Ret­tungs­maß­nah­men so mas­siv, dass so­gar ein Po­li­zei­hund zum Ein­satz kam. Die Ar­beit der Ein­satz­kräf­te wur­de von ab­fäl­li­gen und be­lei­di­gen­den Ru­fen der Schau­lus­ti­gen be­glei­tet. In­gel­heim Bei ei­nem schwe­ren Ver­kehrs­un­fall im Mai 2016, bei dem ein Fahr­rad­fah­rer zu To­de kam, film­ten zahl­rei­che Gaf­fer den Un­fall­ort. Die Po­li­zei Rhein­land-Pfalz wand­te sich via Face­book an­schlie­ßend mit har­scher Kri­tik an die Öf­fent­lich­keit und frag­te un­ter an­de­rem: „Habt Ihr wirk­lich nichts an­de­res im Kopf, als die­sem tra­gi­schen Ge­sche­hen der­art pie­tät­los zu be­geg­nen?“Der Bei­trag der Be­am­ten wur­de fast 10.000 Mal ge­teilt.

FO­TO: REICHWEIN

300 Gaf­fer be­hin­der­ten im Mai 2017 die Ar­beit Duis­bur­ger Ret­tungs­kräf­te nach ei­nem Un­fall.

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