Pflicht zur Ret­tung

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MAR­TIN KESS­LER

Die pri­va­ten See­notret­ter im Mit­tel­meer sind für die Be­hör­den in Ita­li­en zum Är­ger­nis ge­wor­den. Die staat­li­chen Stel­len wer­fen den frei­wil­li­gen Hel­fern vor, den Schleu­sern von Flücht­lin­gen die Ar­beit zu er­leich­tern und sich mit ih­nen ge­mein zu ma­chen. Jetzt hat die Staats­an­walt­schaft so­gar das deut­sche Schiff „Iu­ven­ta“be­schlag­nahmt.

Klar ist, dass Men­schen in See­not ge­hol­fen wer­den muss. Das gilt auch für Flücht­lin­ge, die sich il­le­gal und un­ter be­wuss­ter In­k­auf­nah­me des Ri­si­kos auf die ge­fähr­li­che Fahrt ma­chen. An die­sem hu­ma­ni­tä­ren Grund­satz darf nicht ge­rüt­telt wer­den. Klar ist aber auch, dass Ret­ter mit kri­mi­nel­len Schleu­sern nicht zu­sam­men­ar­bei­ten dür­fen. Wenn sie da­bei er­wischt wer­den, ha­ben sie ih­re mo­ra­li­sche Glaub­wür­dig­keit ver­lo­ren und sind ein Fall für das Straf­recht.

Al­ler­dings ist die­ser Nach­weis bis­lang noch bei kei­nem der be­kann­ten Ret­tungs­schif­fe ge­lun­gen. In­so­fern muss die Ar­beit der Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen bis­lang als ein­wand­frei gel­ten. Man löst die Flücht­lings­kri­se eben nicht, in­dem man die Ret­ter kri­mi­na­li­siert. BE­RICHT

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