Mehr Ren­te durch Klä­rung des Kon­to­ver­laufs

Rheinische Post Goch - - WIRTSCHAFT - VON ANT­JE HÖ­NING

DÜSSELDORF Ord­nung ist das hal­be Le­ben, heißt es. Und das gilt be­son­ders bei der Ren­te. Denn je mehr Ver­si­che­rungs­zei­ten ein Bür­ger nach­wei­sen kann, des­to hö­her fällt sei­ne ge­setz­li­che Ren­te aus. Des­halb sen­det die Deut­sche Ren­ten­ver­si­che­rung ih­ren Ver­si­cher­ten re­gel­mä­ßig den per­sön­li­chen ak­tu­el­len Ver­si­che­rungs­lauf zu. Aus ihm geht her­vor, wel­che Be­schäf­ti­gungs- und Aus­fall­zei­ten so­wie wei­te­re Da­ten ge­spei­chert sind. „Wer dort Lü­cken ent­deckt, soll­te die feh- len­den Zei­ten mel­den und ent­spre­chen­de Nach­wei­se bei­fü­gen“, rät die Spre­che­rin der Ren­ten­ver­si­che­rung. Je län­ger man war­te, um­so schwie­ri­ger kön­ne es wer­den, feh­len­de Nach­wei­se bei Un­ter­neh­men oder Be­hör­den zu er­hal­ten.

Die Bür­ger er­hal­ten den Ver­si­che­rungs­ver­lauf zum ers­ten Mal, wenn sie fünf Jah­re lang Bei­trä­ge ge­zahlt ha­ben und min­des­tens 27 sind. Wenn man 43 Jah­re alt ist, gibt es zu­dem ei­nen Fra­ge­bo­gen, mit dem die Ren­ten­kas­se erst­mals den Kon­to­ver­lauf klä­ren will. Ab 55 ver­schickt die Kas­se al­le drei Jah­re ei­nen Ver­si- che­rungs­ver­lauf. Dann soll­te der Ar­beit­neh­mer ge­nau prü­fen, ob al­les kor­rekt er­fasst ist. Die meis­ten Zei­ten wer­den der Ren­ten­ver­si­che­rung zwar heu­te au­to­ma­tisch ge­mel­det. „Es gibt aber auch Zei­ten, die man selbst be­an­tra­gen und durch Be­le­ge nach­wei­sen muss“, sagt die Spre­che­rin. Das be­tref­fe bei­spiels­wei­se Schul­zei­ten, Stu­di­en­zei­ten und Kin­der­er­zie­hungs­zei­ten, even­tu­ell et­wa auch Be­schäf­ti­gungs­zei­ten in der ehe­ma­li­gen DDR oder be­ruf­li­che Aus­lands­auf­ent­hal­te. Wohl dem, der da­zu noch Be­le­ge – wie Ver­si­che­rungs­kar­ten, Ar­beits­lo­sen­mel- dun­gen oder Nach­wei­se über Krank­heits­ta­ge – auf­be­wahrt hat. Wer sol­che Do­ku­men­te nicht oder nicht mehr hat, muss sie bei den ent­spre­chen­den Be­hör­den oder Un­ter­neh­men be­an­tra­gen.

Grund­sätz­lich kann man Lü­cken im Ver­si­che­rungs­ver­lauf je­der­zeit auf­klä­ren und schlie­ßen – selbst dann, wenn man schon im Ru­he­stand ist und sei­nen Ren­ten­be­scheid be­reits er­hal­ten hat. Mit dem Be­scheid setzt die Ver­si­che­rung die Hö­he der mo­nat­li­chen Brut­to­ren­te fest. „Wenn man nach Er­halt des Ren­ten­be­schei­des im dort beige- füg­ten Ver­si­che­rungs­ver­lauf un­ge­klär­te Lü­cken ent­deckt und des­halb ei­ne feh­ler­haf­te Ren­ten­be­rech­nung ver­mu­tet, soll­te man sich un­ver­züg­lich mit sei­nem Ren­ten­ver­si­che­rungs­trä­ger in Ver­bin­dung set­zen und den Be­scheid dort prü­fen las­sen“, rät die Spre­che­rin. Dies kann man schrift­lich oder per­sön­lich und kos­ten­frei in je­der Be­ra­tungs­stel­le der Deut­schen Ren­ten­ver­si­che­rung tun. In­fo Kos­ten­freie Hil­fe gibt es beim Ser­vice­te­le­fon der Ren­ten­ver­si­che­rung un­ter der Num­mer 0800-10004800.

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