Niers: Nied­rig­was­ser trotz Dau­er­re­gen

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST - VON AN­JA SETT­NIK

Gera­de mal 45 Zen­ti­mer be­trägt der Pe­gel der Niers der­zeit in Goch, im Be­reich Wee­ze sind es im­mer­hin 75 Zen­ti­me­ter. Der Re­gen der ver­gan­ge­nen Wo­chen hat sich auf den Was­ser­stand nicht nie­der­ge­schla­gen. Pad­deln wei­ter mög­lich.

GOCH Ge­fühlt reg­net es seit Wo­chen oder gar Mo­na­ten viel zu viel. Fe­ri­en­kin­der jam­mern, und auch wer in süd­li­che­ren Lan­des­tei­len Ur­laub mach­te, kehr­te meist mit lan­gem Ge­sicht zu­rück. Doch wäh­rend in Tei­len Deutsch­lands Flüs­se über die Ufer tra­ten und Stra­ßen über­schwemm­ten, blieb der Nie­der­rhein von sol­chen Ein­flüs­sen ein­mal mehr ver­schont. Die Niers scheint so­gar ganz be­son­ders we­nig Was­ser zu füh­ren. Die RP frag­te mal beim Niers­ver­band an, wie das zu er­klä­ren ist.

Mar­git Heinz

Erst­mal ein Blick auf den Ist-Zu­stand: Gera­de mal 45 Zen­ti­me­ter hoch steht das Was­ser im Nie­der­rhein-Flüss­chen im Be­reich Goch; 90 Zen­ti­me­ter wä­ren nor­mal. An die­sem Zu­stand hat sich seit Wo­chen kaum et­was ge­än­dert. In Wee­ze sind im­mer­hin noch 75 Zen­ti­me­ter zu mes­sen, der Nor­mal­pe­gel be­trägt dort 90 Zen­ti­me­ter. Wei­ter im Sü­den sieht es an­ders aus: In Oedt bei Mön­chen­glad­bach, dort liegt das Qu­ell­ge­biet der Niers, ist mit 72 Zen­ti­me­ter Tie­fe fast wie­der das Mit­tel­maß er­reicht.

In Goch hin­ge­gen bil­den sich am Ufer bis­lang un­be­kann­te Strän­de, die En­ten wat­scheln mehr über Schlick, als dass sie schwim­men. St­ei­ne schau­en aus der Was­ser­ober­flä­che her­aus, zwi­schen Zwei­gen und Wur­zeln sam­melt sich grü­ner und an­de­rer Un­rat, weil das Fließ­was­ser nicht mehr die Kraft hat, ihn weg zu trans­por­tie­ren. An der Niers­wel­le in der In­nen­stadt lie­gen al­le Trep­pen­stu­fen bloß; der Blick der Spa­zier­gän­ger und ent­spannt am Ufer Sit­zen­den fällt un­be­grenzt bis auf den na­hen Grund des Flus­ses.

Mar­git Heinz vom Niers­ver­band er­läu­tert, dass es zwar in den ver­gan­ge­nen Wo­chen viel ge­reg­net hat, aus­ge­rech­net im Ein­zugs­be­reich des Niers­ver­bands aber wohl deut­lich we­ni­ger. „Die Re­gen­fäl­le wa­ren auch im­mer sehr lo­kal; manch­mal hat es ja in Keve­la­er ge­schüt­tet und in Goch nicht oder um­ge­kehrt“, er­klärt die Pres­se­spre­che­rin des Ver- bands. Zu­dem wür­de im Hoch­som­mer, al­so mit­ten in der Ve­ge­ta­ti­ons­pe­ri­ode, viel mehr Was­ser von den Pflan­zen auf­ge­nom­men und ver­duns­te auch. „Das ist im Win­ter an­ders, da fließt das Was­ser, oh­ne ver­braucht zu wer­den.“Die Re­na­tu­rie­rungs­flä­chen wie­der­um, die dem Fluss mehr Raum ge­ben sol­len, wir­ken sich nur bei Hoch­was­ser auf den Was­ser­stand aus. „Wenn die Niers dann über die Ufer tritt und die Wie­sen über­schwemmt, bleibt für den Un­ter­lauf we­ni­ger Was­ser.“

Wäh­rend bei Stark­re­gen im eher städ­ti­schen Be­reich der Re­gi­on Mön­chen­glad­bach mit sei­nem stark ver­sie­gel­ten Bo­den Was­ser über die Re­gen­was­ser­ka­nä­le in die Rück­hal­te­be­cken ge­lei­tet wird, darf sich die Niers in un­se­rer land­wirt­schaft­lich ge­präg­ten Re­gi­on hier und da aus­brei­ten. Wo­zu es der­zeit, wie ge­sagt, kei­nen An­lass gibt, denn Was­ser ist noch im­mer knapp. Man­cher Ei­gen­heim­be­sit­zer hat das schon an sei­ner stot­tern­den Gar­ten­pum­pe ge­merkt – auch tief im Bo­den sinkt der Pe­gel.

Und die Padd­ler? Die kön­nen ih­rem Ver­gnü­gen durch­aus nach­ge­hen. „Bis­lang sind al­le Ab­schnit­te zu be­fah­ren, wo­bei die Stre­cke Goch bis Kes­sel der­zeit vi­el­leicht nicht so zu emp­feh­len ist“, sagt Ul­rich Schwarz von Frei­zeit Schwarz in Wee­ze. Wenn ei­ne Hit­ze­pe­ri­ode oh­ne wei­te­re Nie­der­schlä­ge kä­me, könn­te es schwie­rig wer­den, aber an­sons­ten ha­be er noch kei­nen Kun­den ent­täu­schen müs­sen. Die 20 An­bie­ter von Ka­nu- und Schlauch­boot­tou­ren auf der Niers stel­len ih­re Boo­te samt di­ver­ser zu­sätz­li­cher Frei­zeit­mög­lich­kei­ten wie Gril­len, Cam­pen, Rad­fah­ren bis En­de Sep­tem­ber zur Ver­fü­gung. Auch, wenn’s we­ni­ger Was­ser gibt.

„Die Re­gen­fäl­le der ver­gan­ge­nen Wo­chen wa­ren im­mer sehr lo­kal“

Niers­ver­band

RP-FO­TOS (2): AN­JA SETT­NIK

Ein klei­ner Strand hat sich am der In­nen­stadt zu­ge­wand­ten Niers­ufer ge­bil­det, ge­gen­über sind mehr Stu­fen der Niers­wel­le zu se­hen als im Nor­mal­fall. Gera­de mal 40 bis 45 Zen­ti­me­ter tief ist hier das Was­ser.

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