Tin­ker las­sen die Hoch­zeit plat­zen

Rheinische Post Goch - - GOCH / UEDEM -

KEVE­LA­ER (zel) Es sei ein hei­li­ger Platz hier, des­halb kom­me man im­mer wie­der nach Keve­la­er, er­zäh­len die Tin­ker auf dem Park­platz an der Hüls. Von die­ser from­men At­mo­sphä­re ist auf dem Ge­län­de al­ler­dings we­nig zu spü­ren: Tie­fer­ge­leg­te BMW und Mer­ce­des quet­schen sich durch die en­gen Gas­sen, die die Ge­span­ne noch ge­las­sen ha­ben, es wird ge­trun­ken, Mu­sik ge­hört, viel Müll liegt her­um. Von der An­lein­pflicht ha­ben die Iren of­fen­bar auch noch nie et­was ge­hört. Wer das Are­al be­tritt, muss da­mit rech­nen, dass ihn die frei­lau­fen­den Hun­de in die Wa­de bei­ßen. Auch der RP-Re­dak­teur kommt mit ei­ner Biss­wun­de zu­rück. „Las­sen Sie da lie­ber mal ei­nen Arzt drauf­schau­en“, ist der Tipp des Po­li­zis­ten, der zu­sam­men mit Ver­tre­tern des Ord­nungs­am­tes wie­der mal zur Kon­trol­le auf dem Ge­län­de ist. Ma­chen kön­nen sie we­nig. „Wir hof­fen dar­auf, dass sie tat­säch­lich am Mon­tag den Platz ge- räumt ha­ben“, sagt Heinz-Jo­sef Theu­nis­sen vom Ord­nungs­amt. Wie be­rich­tet, wol­len die Tin­ker dann auf ein Ge­län­de an der Del­brück­stra­ße um­zie­hen. Sie woll­ten erst ab­war­ten, bis die Hoch­zei­ten vor­bei sind, hat­te es ge­hei­ßen. Doch auch da neh­men es die Iren of­fen­bar sehr lo­cker. Ges­tern war­te­te Ka­plan Chris­toph Schwer­hoff ver­geb­lich in der Beicht­ka­pel­le auf die iri­sche Hoch­zeits­ge­sell­schaft. Spä­ter hie­ße s, man ha­be ver­ges­sen, ihn zu in­for­mie­ren. Am Tag zu­vor hat­te der Geist­li­che noch Patrick und Ja­ne aus Ir­land ge­traut. Der Got­tes­dienst sei ge­wöh­nungs­be­dürf­tig ge­we­sen, sagt der Ka­plan. Es sei sehr leb­haft und laut ge­we­sen, mit viel Durch­ein­an­der. Lie­der woll­ten die Iren nicht, statt des­sen gab es In­stru­men­tal-Mu­sik von der Or­gel.

Für heu­te war noch ei­ne Hoch­zeit an­ge­kün­digt. Der Ka­plan geht mo­men­tan aber nicht da­von aus, dass es da­zu kom­men wird.

RP-FO­TO: EVERS

Auch vie­le jun­ge Mäd­chen sind mit den Tin­kern ge­kom­men.

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