Step-Hop-Jump: Drei­sprin­ger Adri­an Bü­ning star­tet bei der DM

Rheinische Post Goch - - SPORT LOKAL - VON REIN­HARD PÖSEL

Die Leicht­ath­le­tik rückt in die­sen Ta­gen auf den Sport­sei­ten weit nach vor­ne. Grund da­für sind die Welt­meis­ter­schaf­ten, die ges­tern in Lon­don be­gan­nen. Über­all wird man wie­der von der ja­mai­ka­ni­schen Licht­ge­stalt Usain Bolt spre­chen – vi­el­leicht ein letz­tes Mal, wenn der mehr­fa­che Olym­pia­sie­ger sei­ne An­kün­di­gung wahr macht und sei­ne Spi­kes nach der WM an den Na­gel hängt.

Der Drei­sprin­ger Adri­an Bü­ning, der sich der­zeit mit sei­nem Va­ter, sei­ner Mut­ter und sei­nem eben­falls leicht­ath­le­tisch am­bi­tio­nier­ten jün­ge­ren Bru­der Do­mi­nic für ein paar Ta­ge in Ulm ein­ge­mie­tet hat, wird für die noch Grö­ße­ren sei­ner Sport­art zu­nächst ein­mal we­nig In­ter­es­se ha­ben. Im Fo­kus des ta­len­tier­ten Sport­lers von Leicht­ath­le­tik Nüt­ter­den, der sich mit dem Hür­den­sprint und Drei­sprung zwei der tech­nisch an­spruchs­vol­len Dis­zi­pli­nen aus­ge­sucht hat, steht heu­te die Drei­sprung-Ent­schei­dung bei den Deut­schen U18-Meis­ter­schaf­ten im Ul- mer Do­n­au­sta­di­on. Da Adri­an Bü­ning die ge­for­der­te Qua­li­fi­ka­ti­ons­norm für den Hür­den­sprint knapp ver­passt hat, kann er sich ganz auf sei­ne zwei­te Spe­zi­al­dis­zi­plin kon­zen­trie­ren, die die ers­te mitt­ler­wei­le in den Schat­ten ge­stellt hat. Auch zur Über­ra­schung sei­nes Va­ters Mar­cus, der sei­ne Söh­ne mit Be­dacht und Fin­ger­spit­zen­ge­fühl ei­nes im­mer noch ak­ti­ven Leicht­ath­le­ten an die hö­he­ren und at­trak­ti­ver wer­den­den Auf­ga­ben her­an­führt.

Es klingt vi­el­leicht über­trie­ben, wenn man sagt, dass jetzt ge­ern­tet wer­den kann, was in vie­len Trai­nings­ein­hei­ten auf dem hei­mi­schen Sport­platz und im ei­ge­nen Gar­ten er­ar­bei­tet wur­de. Schnel­lig­keit, Sprung­kraft, Ko­or­di­na­ti­on, Sta­bi­li­tät und vie­les an­de­re mehr, was in der Sum­me für ei­nen op­ti­ma­len Sprung ver­ant­wort­lich ist. Die äu­ße­ren Be­din­gun­gen müs­sen eben­falls stim­men, doch das dürf­te heu­te in Ulm kaum ein Pro­blem wer­den. Der Wet­ter­be­richt ver­spricht mehr als sie­ben St­un­den Son­nen­schein, Tem­pe­ra­tu­ren knapp un­ter 30 Grad, kein Tröpf­chen Re­gen und kaum Wind. Idea­le Vor­aus­set­zun­gen, wenn da nicht der un­ge­wöhn­lich frü­he Be­ginn des Wett­kamp­fes wä­re. Um 10.30 Uhr, für Leis­tungs­sport­ler zu fast noch nacht­schla­fen­den Zeit, be­ginnt die Vor­ent­schei­dung mit drei Ver­su­chen je Teil­neh­mer. Die acht Bes­ten qua­li­fi­zie­ren sich für den End­kampf, der di­rekt auf den Vor­kampf folgt und in dem je­der Drei­sprin­ger noch ein­mal drei Ver­su­che hat.

26 Teil­neh­mer sind bei der DM für den Drei­sprung in der zwei Ge­burts­jahr­gän­ge um­fas­sen­den U18Ju­gend­klas­se ge­mel­det. Adri­an Bü­ning ge­hört zu den acht Sprin­gern des jün­ge­ren Jahr­gangs, al­le an­de­ren sind ein Jahr äl­ter. An­ge­führt wird die Mel­de­lis­te von dem Thü­rin­ger Max-Ole Klo­ba­sa (LC Je­na), der es schon auf 14,49 Me­ter ge­bracht hat. De­von Ben­der von der MTG Mann­heim ist mit 14,35 Me­tern nicht weit da­von ent­fernt. Da­hin­ter fol­gen mit grö­ße­rem Ab­stand vie­le an­de­re. Knapp über be­zie­hungs­wei­se un­ter der 14-Me­terWei­te gibt es ei­ne brei­te Pha­lanx von Drei­sprin­gern.

Zu die­sen zählt auch Adri­an Bü­ning, der ei­ne Wei­te von 13,91 Me­tern in die heu­ti­ge Ent­schei­dung mit­bringt. Mit der ge­wann er En­de Mai bei den Kreis­meis­ter­schaf­ten im Eu­gen-Reint­jes-Sta­di­on in Em­me­rich den Ti­tel und lösch­te den seit 40 Jah­ren von Micha­el Lan­gen­berg (Vik­to­ria Goch) ge­hal­te­nen Kreis­re­kord aus der ewi­gen Bes­ten­lis­te. Net­ter Ne­ben­ef­fekt: Für kur­ze Zeit führ­te der 16-Jäh­ri­ge so­gar die na­tio­na­le Drei­sprung-Bes­ten­lis­te in sei­ner Al­ters­klas­se an.

Vor die­sem Hin­ter­grund ist man ge­neigt der Aus­sa­ge sei­nes Va­ters zu fol­gen. Der sag­te kürz­lich mit Blick auf die deut­schen Ti­tel­kämp­fe und ge­stützt auf die ak­tu­el­len Trai­nings­pa­ra­me­ter sei­nes Soh­nes: „Es soll­te we­nig da­ge­gen spre­chen, dass Adri­an in Ulm ei­nen raus­haut.“Soll­te ihm das tat­säch­lich heu­te Vor­mit­tag ge­lin­gen, könn­te ein Platz un­ter den bes­ten Acht mög­lich sein. Ähn­lich wie im ver­gan­ge­nen Jahr, als der jun­ge Mann in sei­nem letz­ten Schü­ler­jahr bei sei­ner ers­ten DM-Teil­nah­me den fünf­ten Platz im Drei­sprung er­reich­te.

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