Weils VW-Fiasko

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON MICHA­EL BRÖCKER

Dass ein Mi­nis­ter­prä­si­dent sei­ne Re­gie­rungs­er­klä­rung Ma­na­gern ei­nes Un­ter­neh­mens vor­ab schickt, ist er­bärm­lich und be­schä­mend. Egal, ob VW an der Re­de et­was än­dern konn­te oder nicht. Al­lein der Vor­gang zeigt, wie sehr die SPDLan­des­re­gie­rung mit dem Wolfs­bur­ger Skan­dal­kon­zern, der Mil­lio­nen Kun­den so­wie Be­hör­den be­lo­gen und be­tro­gen hat, ver­quickt ist. Pri­mat der Po­li­tik? Ein Witz. Ste­phan Weil soll­te so­fort zu­rück­tre­ten. Das nie­der­säch­si­sche Wahl­volk mag die plötz­li­chen Ge­wis­sens­bis­se und den Über­tritt ei­ner Grü­nen-Ab­ge­ord­ne­ten zur CDU als mo­ra­lisch frag­wür­dig ver­ur­tei­len. Ein Re­gie­rungs­chef oh­ne Rück­grat dürf­te vie­le noch mehr ver­är­gern. Ge­nos­se der Bos­se – sel­ten pass­te das Eti­kett bes­ser als bei Weil.

Ei­ne neue Lan­des­re­gie­rung, egal wel­cher Cou­leur, soll­te ernst­haft über­le­gen, ob es nicht an der Zeit ist, die VW-An­tei­le des Lan­des zu ver­kau­fen. Die Ab­hän­gig­kei­ten sind zu groß. Und Nie­der­sach­sen ist mehr als VW. Nur so lässt sich wohl wie­der ein nor­ma­les Ver­hält­nis zwi­schen Po­li­tik und Au­to­kon­zern ent­wi­ckeln. BE­RICHT

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