Zweit­job Po­li­zist

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

Es ist schon ver­blüf­fend, was Po­li­zis­ten in Nord­rhein-West­fa­len noch ne­ben­be­ruf­lich al­les so ma­chen. Sie job­ben un­ter an­de­rem als Schön­heits­be­ra­ter, The­ken­kraft und als Kom­par­sen in Fern­seh­sen­dun­gen. An­de­re wie­der­um ge­hen ka­ri­ta­ti­ven Tä­tig­kei­ten nach oder ar­bei­ten eh­ren­amt­lich.

Man kann sich schon die Fra­ge stel­len, war­um mehr als 5300 Po­li­zis­ten sich das nach Fei­er­abend noch an­tun. Die Ar­beit als Po­li­zei­be­am­ter ist schon stres­sig ge­nug – und ver­langt ei­nem psy­chisch und phy­sisch ei­ni­ges ab. Da­zu schie­ben vie­le ei­nen ge­wal­ti­gen Berg an Über­stun­den vor sich her.

Wäh­rend man­che Po­li­zis­ten mit Si­cher­heit aus Über­zeu­gung oder Lei­den­schaft ei­nem Zweit­job nach­ge­hen – wie et­wa der Im­ke­rei –, schei­nen an­de­re hin­ge­gen auf ei­ne Ne­ben­tä­tig­keit an­ge­wie­sen zu sein. Be­son­ders jun­gen Po­li­zis­ten und je­nen in un­te­ren Di­enst­gra­den scheint ihr Ge­halt al­lein oft nicht aus­zu­rei­chen – vor al­lem, wenn sie in ei­ner Groß­stadt wie Düs­sel­dorf ar­bei­ten. Das ist nicht ver­werf­lich, son­dern be­denk­lich. Denn al­le Po­li­zis­ten soll­ten von ih­rem Be­am­ten­ge­halt le­ben kön­nen. BE­RICHT

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.