Fan­tas­ti­sches beim Zahn­arzt

Rheinische Post Goch - - GRENZLAND POST -

Der Tag des Schre­ckens ist da. Ich klam­me­re mich an den Be­hand­lungs­stuhl mei­nes Zahn­arz­tes. At­mung und Schweiß­drü­sen ar­bei­ten ex­trem. Die gu­ten Wor­te des Meis­ters wir­ken nicht, auch nicht die na­he ge­rück­te Stuh­las­sis­ten­tin, aber im­mer­hin die zwei­pha­si­ge Be­täu­bung: erst Schwämm­chen, dann Sprit­zen. Ei­ne St­un­de lang leis­tet der Meis­ter Fan­tas­ti­sches, was ich bei ent­spre­chend lan­ge ge­öff­ne­tem Mund lei­der nicht mit­tei­len kann. Nach­ein­an­der schlitzt er zehn Kro­nen auf und ent­fernt sie mit ei­nem Kro­nen­zie­her. Dann wer­den die be­frei­ten Zäh­ne ge­schlif­fen, ge­ras­pelt, po­liert und was nicht al­les. Je­der Schleif-, Ras­pel- und Po­lier­vor­gang quietscht, pfeift oder säu­selt in ei­ner an­de­ren Ton­la­ge. Der sich von drau­ßen da­zu ge­sel­len­de Glo­cken­klang regt mei­ne Fan­ta­sie an. Hät­te ich jetzt doch nur ein Ton­band­ge­rät! Ich wür­de den dra­ma­ti­schen Glo­cken­und Ge­räusch-Mix glatt dem Ra­dio für ei­ne Mit­ter­nachts­sen­dung an­bie­ten als „Zahn der Zeit – Ei­ne Goch-Fan­ta­sie“.

HOS

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