Pil­ger lau­fen von Zyff­lich nach Mo­ers

Rheinische Post Goch - - ZUHAUSE IN KRANENBURG -

14 Mit­ar­bei­ter und Be­treu­er der Ca­ri­tas-Werk­stät­ten lie­fen 110 Ki­lo­me­ter quer durch den Nie­der­rhein.

KRA­NEN­BURG-ZYFF­LICH (RP) 30 Grad im Schat­ten. Vor der Wall­fahrts­kir­che in Ma­ri­en­baum gibt es kaum Schat­ten. Und die Kir­che ist we­gen Bau­ar­bei­ten ab­ge­schlos­sen. Dort kann man al­so auch kei­ne Ab­küh­lung fin­den. Auf ei­ner Bank legt ei­ne jun­ge Frau ihr Bein hoch. Brem­sen­stich. „Soll ich Dich lie­ber fah­ren?“,

Va­nes­sa Te­paß fragt Be­glei­ter Kle­mens Kreutz be­sorgt. „Nein, ich ha­be ge­sagt, ich lau­fe, al­so lau­fe ich auch. Ich zie­he das durch.“, ent­geg­net sie. Pu­re Ent­schlos­sen­heit klingt aus ih­rer Stim­me. Kreutz fährt oh­ne sie wei­ter – wie ge­plant bringt er das Ge­päck zum nächs­ten Ziel­punkt, wo die Teil­neh­mer über­nach­ten wer­den. Dass die Pil­ger der Ca­ri­tas Woh­nund Werk­stät­ten Nie­der­rhein (CWWN) kör­per­lich oder geis­tig be­ein­träch­tigt sind, fällt auf den ers­ten Blick kaum auf. Vol­ler Energie be­ge­ben sie sich nach der kur­zen Pau­se wei­ter auf den Ja­kobs­weg von Zyff­lich nach Mo­ers. „Wo müs­sen wir denn lang?“, fragt ei­ne Be­treue­rin. „Da, wo die Mu­schel ist“, ruft ei­ner der Teil­neh­mer. Mit gro­ßen Schrit­ten läuft er zum nächs­ten Stra­ßen­schild und deu­tet auf ei­ne blaue Ta­fel, auf der ei­ne gel­be Mu­schel mit der Auf­schrift „Pil­ger­weg“ab­ge­bil­det ist.

Die Ja­kobs­mu­schel ist das Sym­bol des Pil­gerns. Auch die Pil­ger der CWWN ha­ben je­der ei­ne am Ruck­sack be­fes­tigt. Die­se wur­de am An- fang der Rei­se in Zyff­lich ge­seg­net und be­glei­tet die 14-köp­fi­ge Grup­pe auf den ins­ge­samt 110 Ki­lo­me­tern nach Mo­ers eben nicht nur in Form von Stra­ßen­schil­dern. Sie­ben Ta­ge lang. Trotz Tem­pe­ra­tu­ren von 30 Grad und Un­wet­ter­war­nung. Auch wenn das Wet­ter wech­sel­haft ge­we­sen sei, ha­be kei­ner auf­ge­ge­ben, sagt Va­nes­sa Te­paß, die die Grup­pe be­glei­tet: „Ich bin stolz auf je­den ein­zel­nen Teil­neh­mer“.

Die CWWN bie­ten ih­ren Mit­ar­bei­tern un­ter­schied­li­che Ur­laubs­fahr­ten an, dar­un­ter auch den Fuß­weg von Zyff­lich nach Mo­ers. Die Grün­de, sich für den Ja­kobs­weg zu ent­schei­den und nicht bei­spiels­wei­se für ei­ne Städ­te­rei­se, klin­gen ähn­lich: „Ich woll­te mal et­was an­de­res se­hen als die In­nen­stadt“, sagt Steffen Be­cker (39). Auch die Na­tur ha­be den Pil­gern ei­nen An­reiz zur An­mel­dung ge­ge­ben. Die Be­son­der­heit die­ser Ak­ti­on im Ver­gleich zu den an­de­ren An­ge­bo­ten sei, dass es kein ört­li­ches Ziel ge­be, von dem aus ver­schie­de­ne Aus­flü­ge statt­fin­den, sagt Andrea Em­de von der Ca­ri­tas: „Der Weg ist das Ziel“.

Deut­lich wird im Lau­fe der Wan­de­rung, dass al­le mit viel Lei­den­schaft und Freu­de auf dem Weg sind. „Aber man ist schon froh, wenn man am En­de des Ta­ges im Bett liegt. Da weiß man, was man ge­tan hat“, sagt der 34-jäh­ri­ge Jörg Gout­nik. Sei­ne Kol­le­gen, die ne­ben ihm ste­hen, ni­cken al­le zu­stim­mend.

„Ich bin stolz auf je­den ein­zel­nen

Teil­neh­mer“

Be­glei­te­rin

FOTO: BISCHÖFLICHE PRESSESTELLE / LAU­RA VAN DEN BERG

Mo­ti­viert sind die Teil­neh­mer von Zyff­lich bis Mo­ers ge­lau­fen

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