Nicht zur Fi­bel

Rheinische Post Goch - - LESERBRIEFE - Ma­ri­an­ne Klüh Rheinberg

Zu „NRW ge­gen ,Schrei­ben nach Hö­ren’“(RP vom 26. Ju­li): Wie Ih­re Re­dak­ti­on ganz rich­tig sagt, wird un­ter Fach­leu­ten von „Le­sen durch Schrei­ben“ge­spro­chen und nicht von „Schrei­ben nach Hö­ren“. Da­durch wird sehr deut­lich her­vor­ge­ho­ben, dass es sich fast aus­schließ­lich um ei­ne Le­selern­me­tho­de han­delt. Die­se Me­tho­de er­mög­licht näm­lich den Kin­dern die so äu­ßerst schwie­ri­ge Syn­the­se (das Zu­sam­men­schlei­fen der Lau­te) mög­lichst früh voll­zie­hen zu kön­nen. Laut­ge­treu­es Schrei­ben stellt al­ler­höchs­te An­sprü­che an sechs-/sie­ben­jäh­ri­ge Kin­der. Das zu schrei­ben­de Wort wird Laut für Laut lang­sam und ge- dehnt nach­ge­spro­chen und ab­ge­horcht, an­schlie­ßend den Gra­phe­men in kor­rek­ter Rei­hen­fol­ge zu­ge­ord­net und zu gu­ter Letzt un­ter Um­stän­den mü­he­voll „ab­ge­malt“. Da­bei macht das Kin­der­hirn je­des Mal Freu­den­sprün­ge, da al­le Sin­ne ge­for­dert sind und so ganz ne­ben­bei An­stren­gungs­be­reit­schaft und Be­las­tungs­fä­hig­keit trai­niert wer­den. Ab­wei­chun­gen des laut­ge­treu­en Schrei­bens (Or­tho­gra­fie) müs­sen aber selbst­ver­ständ­lich früh an­ge­spro­chen, in­ten­siv ge­lehrt, trai­niert und ge­fes­tigt wer­den. Da­für gibt es be­reits für Klas­se eins sehr gutes Ar­beits­ma­te­ri­al bei den Schul­buch­ver­la­gen. Al­so bit­te, Frau Ge­bau­er, nicht zu­rück zur Fi­bel!

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.