Un­de­mo­kra­tisch

Rheinische Post Goch - - LESERBRIEFE - Eck­hard Lem­pe per Mail

Zu „Herr­schaft des Rechts“(RP vom 27. Ju­li): Ihr Ar­ti­kel zum Ur­teil des Eu­ro­päi­schen Ge­richts­hofs be­schäf­tigt sich mit zwei ju­ris­ti­schen Ba­na­li­tä­ten. Ers­tens: „Ver­trä­ge und Ab­kom­men sind ein­zu­hal­ten“, das ist seit der An­ti­ke un­be­strit­ten. Zwei­tens: „Je­der sou­ve­rä­ne Staat kann über die In­hal­te der Ver­trä­ge hin­aus Leis­tun­gen frei­wil­lig er­brin­gen“, das ver­pflich­tet aber an­de­re sou­ve­rä­ne Staa­ten nicht, die­ses eben­falls zu tun, im kon­kre­ten Fal­le zum Bei­spiel Un­garn oder Po­len. Kei­ne Ba­na­li­tät ist die in­nen-po­li­ti­sche Kom­po­nen­te ei­ner sol­chen „hoch herr­schaft­li­chen“, un­de­mo­kra­ti­schen Ver­fah­rens­wei­se. Ob ei­ne will­kür­li­che Öff­nung von Gren­zen durch die herr­schen­de Klas­se un­ser Grund­ge­setz be­rührt und ob sich aus die­ser Will­kür Un­recht er­gibt, hat der EuGh noch lan­ge nicht zu ent­schei­den.

Newspapers in German

Newspapers from Germany

© PressReader. All rights reserved.