Kei­ne Fra­ge der Grö­ße

Rheinische Post Goch - - STIMME DES WESTENS - VON CHRIS­TI­AN SCHWERDTFEGER

Ei­ne 161,5 Zen­ti­me­ter gro­ße Frau darf nicht von der Be­wer­bung für die NRW-Po­li­zei aus­ge­schlos­sen wer­den, weil sie zu klein ist, ur­teil­te das Ver­wal­tungs­ge­richt Düs­sel­dorf ges­tern. Es ist ein Ur­teil mit Si­gnal­wir­kung, und ein über­fäl­li­ges oben­drein – ein grund­sätz­li­ches ist es aber nicht.

Die Po­li­zei soll­te es gleich­wohl zum An­lass neh­men, um die star­ren Min­dest­grö­ßen für den Zu­gang zur Po­li­zei­aus­bil­dung in Nord­rhein-West­fa­len auf­zu­he­ben be­zie­hungs­wei­se zu lo­ckern. Es ist nicht län­ger ver­mit­tel­bar, dass in NRW männ­li­che Po­li­zei­Be­wer­ber min­des­tens 1,68 Me­ter und Frau­en 1,63 Me­ter groß sein müs­sen. Wo hin­ge­gen in fast al­len an­de­ren Bun­des­län­dern Frau­en und Män­ner bei der Po­li­zei deut­lich klei­ner sein dür­fen als in NRW.

Wich­ti­ger als die Grö­ße ist die kör­per­li­che Fit­ness und die tie­fe Über­zeu­gung, Po­li­zist wer­den zu wol­len, um der All­ge­mein­heit zu die­nen. Ein Land wie NRW kann es sich nicht län­ger leis­ten, jun­ge en­ga­gier­te Be­wer­ber nicht zu neh­men, weil ih­nen der ein oder an­de­re Zen­ti­me­ter fehlt. Auf die Grö­ße darf es nicht an­kom­men – zu­min­dest bei der Po­li­zei. BE­RICHT

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